Marc Wilwert

Pseud.: Mawi

Luxemburg


Foto: Marc Wilwert
Marc Wilwert
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Marc Wilwert besuchte von 1983 bis 1989 die Grundschule in Hesperingen. Nach dem Besuch des Athénée de Luxembourg und einem Jahr am Institut Sainte-Marie in Arlon schrieb er sich 1998 an der École Supérieure des Arts Saint Luc in Lüttich ein, wo er 2001 mit einem Diplom als Fotograf abschloss. Ein Jahr später erhielt er ein Zertifikat für professionelle Fotografie am London College of Printing (dem heutigen London College of Communication). Von 2002 bis 2014 arbeitete er als Fotojournalist für die Tageszeitung Luxemburger Wort; seit 2014 ist er für die technische Abteilung der Fotothek der Stadt Luxemburg verantwortlich.

Die Bandbreite von Marc Wilwerts fotografischer Tätigkeit umfasst sowohl Dokumentarfotografie und stilisierte Modefotografie als auch Kunstfotografie. Seine Arbeit wird vor allem getragen von einer ständigen Reflexion über Licht und Schatten, über die dunkle Seite des Lichts und die helle Seite des Schattens. 2005 kam am Centre national de l’audiovisuel Wilwerts Werk Car wars heraus; von 2007 bis 2009 lieferte Marc Wilwert Dokumentarfotos für das dreibändige Werk Top Secret. Auch das ist Luxemburg von Luc Marteling und Marc Thill. In Momentaufnahmen (2011) setzt Wilwert sich mittels kurzer Überlegungen und mithilfe eigener Zeichnungen mit dem Sinn und der Tragweite jenes Augenblicks auseinander, in dem man auf den Auslöser drückt, während L’ombre et le soleil (2016) sich mit einer Polaroid-Fotoserie der Sonnen auseinandersetzt, auf denen die Sonne als schwarzer Punkt auftaucht. 2016 veröffentlichte Wilwert L’Ombre de Vincent, eine Porträtserie über Vincent, einen Menschen mit Albinismus, die durch Überlegungen des Protagonisten zu seinem Leben auf der Flucht vor der Sonne ergänzt wird. Diese Arbeit, die ganz in Weiß gehalten ist, beinahe blendend wirkt und in der das lichtempfindliche Wesen zum Inbegriff des Lichtes wird, ist Teil einer Porträtserie über drei Menschen mit Albinismus, die im Juni 2018 zum Internationalen Tag der Aufklärung über Albinismus im K49 in Köln gezeigt wurde. Wilwert veröffentlicht in Buchform und auf der Website BLURB Fotoserien mit Titeln wie Exposed (2011), Restlicht (2012), Lichtblicke (2013), 8 min 20 s (2017) oder Sonnenschatten (2018). Eine Kuriosität stellt der Band Binary Sun. A contemporary novel (2016) dar, der auf 400 Seiten den Binärcode eines Sonnenfotos aufzeichnet. Seit dem Jahr 2000 stellt Wilwert Fotoserien, wie zum Beispiel Chemins de Fraude, Nuit blanche, Être e(s)t paraître, Zérosun und Anges in unterschiedlichen Galerien aus, so bei Frank Gerlitzki, Armand Gaasch und in der Galerie Clairefontaine in Luxemburg, bei L’œil nu und Périscope in Lüttich und in Kulturzentren wie dem Haus der Fotografie in Wien und L’Entrepôt in Arlon. Im Rahmen von Luxemburg und Großregion als europäische Kulturhauptstadt 2007 nimmt Wilwert, u. a. mit Frank Gerlitzky und Marc Angel, am Künstlerprojekt Calendrier des migrations teil.

Mit der Kurzgeschichte De groe Star (2018) wechselt Marc Wilwert von der Reflexion über die Fotografie zum literarischen Text, ohne dabei seine Suche aufzugeben. Diese Kurzgeschichte auf Luxemburgisch liest sich wie eine fantastische Fabel über Sein und Schein in der modernen, von Bildern überfluteten Welt, wo "Sehen" und "Gesehen werden" das "Sein" übertrumpfen. Der Erzähler, ein von der Notwendigkeit im Schatten zu leben geprägter Albino, wird ohne es zu wollen in ein Verbrechen hineingezogen, indem er des Mordes beschuldigt wird. Vor dem Hintergrund dieser Mordgeschichte erlebt er die unwiderrufliche Auflösung seiner Persönlichkeit, als er bemerkt, dass die Leute ihn nicht mehr sehen. Langsam wie das durch den Schleier des grauen Stars (Katarkt) ausgelöste Schwinden der Sehkraft, erkennt der Erzähler, dass er nur noch ein unbedeutender Schatten ist.

Claude Bommertz

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
De groe Star
Marc Wilwert [Autor(in)]
LTZ

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
Mawi

Literaturpreise

Name Auszeichnung Ausgezeichnetes Werk Jahr
Lëtzebuerger Buchpräis (Lëtzebuerger Bicherediteuren) Lëtzebuerger Buchpräis (Sachbuch) Top Secret 2: Auch das ist Luxemburg 2007
Lëtzebuerger Buchpräis (Lëtzebuerger Bicherediteuren) Lëtzebuerger Buchpräis (Sachbuch) Top Secret 3: Auch das ist Luxemburg 2009
Zuletzt geändert 02.05.2019