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Foto: Larisa Faber


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© Lynn Theisen

Larisa Faber

Slatina ()

Larisa Faber besuchte die Grundschulen in Luxemburg/Stadt (1991-1996) und Junglinster (1996-1998). Von 1998 bis 2005 besuchte sie das Lycée Classique Echternach. Von 2005 bis 2008 absolvierte sie einen BA in Film Studies an der Kingston University in London und von 2008 bis 2009 einen MA in European Classical Acting am Drama Centre London. Seit 2009 arbeitet sie als Schauspielerin und Regisseurin für Bühne, Film und Fernsehen.

Larisa Faber schreibt Theaterstücke in englischer Sprache. Dabei setzt sie sich mit gesellschaftspolitischen Tabus auseinander und versucht, der Machtlosigkeit im Angesicht ungerechter oder unmenschlicher Situationen Ausdruck zu verleihen. Ihr erstes Stück, Disko Dementia, das von Anne-Marie Reuter ins Luxemburgische übertragen wurde, wurde 2018 in der Banannefabrik uraufgeführt. Darin spürt Faber einem Skandal nach, bei dem in einer Pflegeanstalt für Demenzkranke einem Patienten die Hoden eingefärbt werden. Die Vertuschung des Vorfalls hat tragische Auswirkungen auf Personal und Angehörige. Ihr zweites Stück, der ursprünglich als Monolog konzipierte Text stark bollock naked, wurde zunächst in einem Sammelband englischsprachiger Autorinnen publiziert (High Five! 2019), bevor er 2021 am Camden’s People Theatre in London uraufgeführt wurde. Er setzt sich im Wechsel von pointierter Komik und emotionaler Eindringlichkeit mit dem Thema der von der Gesellschaft erwarteten Mutterschaft und der Abtreibung auseinander. Das Kurzdrama 340x entstand im Rahmen des Projekts Die Neuen Todsünden, bei dem sieben europäische Autorinnen, darunter auch Elise Schmit, für eine luxemburgisch-deutsch-schwedische Koproduktion beauftragt wurden, gesellschaftliche Missstände zu reflektieren und wurde 2020 am Badischen Staatstheater Karlsruhe uraufgeführt. Im Mittelpunkt dieses Textes steht der Themenkomplex des Missbrauchs. Für die Autorenresidenz der ersten Mierscher Theaterdeeg reichte Faber 2021 ein Projekt zum sogenannten School Leaks-Skandal ein, der Luxemburg 2015 beschäftigte. Papercut nähert sich der Figur der beschuldigten Gymnasiallehrerin bewusst empathisch und versucht zu erkunden, welchen Effekt die Affäre auf den in ihr verwickelten Menschen hat. Ein weiterer, monologisch angelegter Text, TO MY ONE AND ONLY DAUGHTER, erschien 2021 in den Cahiers luxembourgeois.

Die Arbeit an Papercut und der Versuch, die damit verbundene Schreibhemmung zu überwinden, sind Ausgangspunkt des poetologischen Textes On Playwriting (mostly), in dem Faber sowohl ihr kreatives Netzwerk beschreibt als auch Überlegungen zu Sprachbiografie und dem Einfluss einer Mutterschaft auf den kreativen Prozess darlegt.

 

 

 

 

 

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Nathalie Jacoby

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Larisa Faber

Sekundärliteratur

Mitgliedschaft

  • A:LL Schrëftsteller*innen
Zitiernachweis:
Jacoby, Nathalie: Larisa Faber. Unter: , aktualisiert am 30.11.2021, zuletzt eingesehen am .