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Jules Brouta

Julio Broutá ; Julius Brouta
Brüssel () Segovia ()

Jules Broutas Vater arbeitete als belgischer Ingenieur bei der Société des Chemins de Fer Prince-Henri, für die er die Pläne der Attert-Linie entwarf. Brouta wurde nicht wie bisher behauptet in Luxemburg, sondern in Brüssel geboren. Zunächst lebte die Familie in Bettborn, dann zog sie nach Luxemburg, wo Jules Brouta bis zum Abitur 1885 das Athenäum besuchte und eine Vorliebe für das Studium der Sprachen entwickelte. Hier schloss er Freundschaft mit Frantz Seimetz, Anton Hirsch, Walter Colling und Batty Weber. Nach dem Tod seines Vaters wurde er, aufgrund seiner hervorragenden Sprachkenntnisse, als Dolmetscher von einer spanischen Eisenbahngesellschaft eingestellt. Er heiratete in Spanien die Tochter eines früheren Provinzgouverneurs. Als freier Korrespondent von deutschen und englischen Zeitungen ließ er sich mit seiner Frau zunächst in Florenz, dann in Madrid und anschließend in Segovia nieder. Regelmäßig kehrte er nach Luxemburg zum Besuch seiner alten Freunde zurück. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich hauptsächlich mit altiberischer Philologie, Literatur und Archäologie, so dass er 1931 in die Madrider Anthropologische Gesellschaft als Mitglied aufgenommen wurde. Sein Hauptwerk ist La ciencia moderna, sus tendencias y cuestiones con ella relacionadas (Barcelona, 1897). Jules Brouta war auch Mitarbeiter von Ons Hémecht; wo 1932 ein posthumer Beitrag über die prähistorische Geschichte Arlons und Luxemburgs von ihm publiziert wurde. Brouta übersetzte ins Französische die Studie Alphabet et inscriptions ibériques (Ibérica. alfabeto inscripciones ibéricas) von Julio Cejador y Frauca. Dieser vermutete im Baskischen die Urform aller iberischen Schriftzeichen und Alphabete.

Jules Brouta, der in Spanien den Namen Julio Broutá führte, arbeitete als Korrespondent für große europäische und amerikanische Zeitungen, so z. B. für die Frankfurter Zeitung. Bekannt für seinen investigativen Journalismus, kommentierte er mit Geist und Schärfe während mehr als 40 Jahren das politische und gesellschaftliche Leben Spaniens. Doch vor allem wurde er zum Mittler fremder Literaturen für Spanien. Er übersetzte einen Roman von Vicente Blasco Ibañez ins Deutsche und fast das vollständige dramatische Werk von George Bernard Shaw ins Spanische. Desgleichen übertrug er drei politische Essays von Shaw ins Spanische: Common Sense about the War, 1914 (El sentido común y la guerra, Madrid 1915), Peace Conference Hints [1919] (El porvenir del mundo. Comentarios a la Conferencia de la Paz, Madrid 1919) und The Intelligent Woman’s Guide to Socialism and Capitalism, 1928 (Guía de la mujer inteligente para el conocimiento del socialismo y el capitalismo, Madrid 1929). Seine für 1895 angekündigte deutsche Übersetzung der Erzählung Las salamandras azules (Die blauen Salamander, i.e. El Hechicero. El Bermejino prehistórico ó las salamandras azules) von Juan Valera ist in keiner Bibliothek nachgewiesen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Josiane Weber

Veröffentlichungen

Sonstige Mitarbeit

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Frankfurter Zeitung
    Verwendete Namen
    Jules Brouta
  • Titel der Zeitschriften
    Hémecht / Ons Hémecht / 'T Hémecht
    Verwendete Namen
    Jules Brouta
  • Titel der Zeitschriften
    Indépendance luxembourgeoise (L')
    Verwendete Namen
    Julio Broutá
  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Land in Wort und Bild (Das). Illustrierte Wochenschrift für inländische Geschichte, Altertumskunde, [...]
    Verwendete Namen
    Julio Broutá

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Weber, Josiane: Jules Brouta. Unter: , aktualisiert am 07.05.2021, zuletzt eingesehen am .