Jean Bernard

Pseud.: JB ; J.B.

Luxemburg - Luxemburg


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Jean Bernard
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Jean Bernard ist der Sohn des hauptstädtischen Geschäftsmannes Aloyse Bernard und der Neffe des Staatsministers Léon Kauffman. Von 1926 bis 1930 studierte er an der philosophischen Fakultät in Louvain, an der er später auch promovierte. Zwischen 1930 und 1933 bereitete er sich am Priesterseminar in Luxemburg auf die Priesterweihe vor und war anschließend Kaplan in Schrondweiler, Mamer und von 1947 bis 1992 in Reichlingen. Von 1941 bis 1942 war Jean Bernard im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.

Seit seiner Teilnahme 1929 am zweiten internationalen katholischen Filmkongress in München galt Jean Bernards Interesse dem kirchlichen Standpunkt gegenüber den Medien Film und Fernsehen. Neben seiner Arbeit als Direktor des Luxemburger Wort (1944-1957) und als Mitglied des Verwaltungsrates der Sankt Paulus-Druckerei (1972-1987) leitete Jean Bernard u. a. das Office catholique international du cinéma mit Sitz in Brüssel (1947-1972) und nahm als Kommunikationsexperte am zweiten Vatikanischen Konzil teil. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen wurde Jean Bernard 1970 zum Ehrenprälaten erhoben.

Jean Bernards Erinnerungen an seine KZ-Zeit erschienen 1945 als Feuilleton Aus dem Tagebuch eines Häftlings im Luxemburger Wort und wurden 1962 unter dem Titel Pfarrerblock 25 487 zunächst in Deutschland, später auch in Luxemburg, in Buchform veröffentlicht. Das Buch diente als Vorlage für Volker Schlöndorffs Spielfilm Der neunte Tag (2004), der in München mit dem Bernhard Wicki-Filmpreis ausgezeichnet wurde. Jean Bernard verfasste außerdem mehrere Artikel zur Medienthematik aus katholischer Sicht in Academia, in der Revue internationale du cinéma (1963-1965) sowie in der Sammelschrift Jugendschutz, ein Gebot der Stunde (1961) und betreute als Redakteur die Film-, Radio- und Fernsehrubrik des Luxemburger Wort.

Sandra Schmit

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Pfarrerblock 25 487. Ein Bericht. hrsg. von Charles Reinert und Gebhard Stillfried
Jean Bernard [Autor]
1962
DEU
1962

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Academia. Mitteilungen aus dem Luxemburger Katholischen Akademiker-Verein
Jean Bernard
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
Jean Bernard
Marienkalender / Luxemburger Marienkalender / Lëtzebuerger Panorama
Jean Bernard
J.B.
Revue internationale du cinéma
Jean Bernard

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1987 Radioscopie de la littérature luxembourgeoise sur la seconde guerre mondiale. Bibliographie annotée des publications autonomes des quarante dernières années
1994 Hut ab vor Mgr. Bernard! In: Forum Nr. 154 (Okt. 1994), S. 28-30.
Anonym (Unbekannt)
1994 Monseigneur Jean Bernard †. Der frühere Direktor des "Luxemburger Wort" im Alter von 87 Jahren verstorben. In: Luxemburger Wort 02.09.1994
Anonym (Unbekannt)
1995 Mgr Jean Bernard †. In: Luxemburger Marienkalender 114 (1995), p. 250
Anonym (Unbekannt)
2004 Bilder komponieren [sur le film "Der Neunte Tag"]. In: Télécran (2004) 49, p. 32-37

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
Pfarrerblock 25 487. Ein Bericht. hrsg. von Charles Reinert und Gebhard Stillfried 1962 1962

Mitgliedschaft

Name
ALJ - Luxemburger Journalistenverband
Institut grand-ducal Section des arts et des lettres
Office catholique international du cinéma, Brüssel
Zuletzt geändert 20.04.2015