Willy Dumont

Guillaume Dumont

Pseud.: Willi ; Willy

Hamm (damals Gemeinde Hamm) - Echternach


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Willy Dumont
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Willy Dumont absolvierte nach der Grundschule eine Gärtnerlehre und arbeitete anschließend in Wintringen und beim Blumenhändler Wenandy auf Limpertsberg. Nach einem siebenjährigen Auslandsaufenthalt kehrte er nach Luxemburg zurück und arbeitete als Gärtner auf der Schleifmillen in Bonneweg sowie in der Fondation Pescatore. Willy Dumont schrieb mindestens neun Operetten, sechs Volksstücke, drei Komödien, ein Trauerspiel und eine Erzählung. Besonders populär waren Anfang der 1920er Jahre E Mammenhierz und E Fre'op.

In didaktisch unterweisenden Theaterstücken vermittelte Willy Dumont das Programm der Landwuôl-Bewegung: Seine Stücke spielen im Förster- und Gärtnermilieu, er idealisierte das Dorfleben und erkannte in der Natur Vorbilder menschlichen Handelns, z. B. in Teschend zwe' Feier. Bezeichnenderweise widmete er das Trauerspiel Gehânskuenkelchen, in dem der antike Chor eingeführt wird, dem Doyen der Heimatbewegung Edmond Joseph Klein. Willy Dumont konstruierte in den Volksstücken das ideale Modell einer ausgesöhnten Gesellschaft, die in Folge krisenhafter Erfahrungen in gegenseitigem Respekt den Status quo bewahrt. Er setzte in seinen Dramen über die soziale Frage (Onst dêglecht Bro't, Hirt Glëck) dem biologistisch argumentierenden naturalistischen Drama ein erzieherisches Konzept mit sozialethischen Überlegungen entgegen, das unbedingte Menschenliebe und Bildung für alle (Mönschefrenn) empfiehlt.

Die Komödien stehen in der Tradition der moralischen Stücke des mit Willy Dumont befreundeten Willy Goergen. Bei den Operetten, Verlobungs- und Hochzeitsgeschichten (Teschend zwê Feier) oder Lokalpossen über Gemeindepolitik (E Fre'op), handelt es sich um Volksstücke mit Gesangseinlagen in der Tradition der Singspiele von Dicks und Josy Imdahl. Vertont wurden die Liedertexte von Gustav Kahnt, Pol Albrecht, Nic Biever und Fernand Mertens. 1923 wurde das Volksstück Am Kârschnatz mit von Pol Albrecht komponierten Liedern von der Fanfare in Hamm aufgeführt. Willy Dumont versuchte sich auch in Prosa, allerdings führte er die Volkserzählung Traulîchter, die er 1932 in Jonghémecht veröffentlicht hatte, nicht fort. Weitaus erfolgreicher war das Vereinslied D'Boy Scouts, das Jean Pierre Beicht vertonte.

Claude D. Conter

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Hiěrzelêd. Komedestéck an drei Akten mat Gesank. Musik vum Pol Albrecht
Willi (Willy Dumont) [Autor(in)]
[1913]
LTZ
1913
Kèng Ros óné Dar. Komedestéck mat Gesank an zwen Akten
Willy Dumont [Autor(in)]
1914
LTZ
1914
Teschend zwé Feier. Operett mat Gesank an 3 Akten. Musek vum Pol Albrecht
Willy Dumont [Autor(in)]
1916
LTZ
1916
Sei lèschte Wonsch. Operett an 3 Akten. Musék vum Gust. Kahnt
Willy Dumont [Autor(in)]
1917
LTZ
1917
E Mammenhierz. Operett a 4 Akten an 1 Verwandlong. Musek vum Fern. Mertens
Willy Dumont [Autor(in)]
1918
LTZ
1918
Hirt Glëck. Operett an drei Akten. Musek vum Gustave Kahnt
Willy Dumont [Autor(in)]
1918
LTZ
1918
Onst dêglecht Bro't. Operett an drei Akten. Musek vum Gust. Kahnt
Willy Dumont [Autor(in)]
1918
LTZ
1918
Verkurbelt. Operett an zwe'n Akten fir Jofferevereiner. Musek vum Gustave Kahnt
Willy Dumont [Autor(in)]
1918
LTZ
1918
Um Hêmwé. Operett an zwe'n Akten. Musek vum Pol Albrecht
Willy Dumont [Autor(in)]
1919
LTZ
1919
Onro'ech Hierzer. Volléksstéck a 4 Akten mat Gesank an ên Tableau. Musék vum Gustav Kahnt
Willy Dumont [Autor(in)]
1920
LTZ
1920
Mönschefrenn. Volekssteck an drei Akten mat Gesank. Musek vum Gustav Kahnt an Nic. Biever
Willy Dumont [Autor(in)]
1921
LTZ
1921
Gehânskuenkelchen. Trauerspill mat Gesank an engem Akt. Musék vum Fernand Mertens
Willy Dumont [Autor(in)]
1924
LTZ
1924
E Fre'op. Volksstëck a 4 Akten an zwê Biller. Musëk vum Pol Albrecht
Willy Dumont [Autor(in)]
1932
LTZ
1932

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Jonghémecht / Jong-Hémecht. Zeitschrift für heimatliches Theater, Schrift- und Volkstum
Willy Dumont

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1928 Willy Dumont. In: Jonghémecht 3 (1928) 1, S. 4-9.

Mitgliedschaft

Name
Landwûol-Bewegung = Luxemburger Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege = [Société pour le] Retour à la Terre
Zuletzt geändert 23.12.2014