Josy Imdahl

Pseud.: Schaus

Luxemburg-Grund - Dalheim


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Josy Imdahl
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Josy Imdahl verbrachte Kindheit und Jugend in der Stadt Luxemburg und besuchte die Industrieschule. Nach dem Abitur trat er in den Dienst der Eisenhütte von Hayange (F) und wechselte später an das Statistische Amt in Luxemburg, dann zur Prinz Heinrich-Bahn.

Josy Imdahls Liebe galt seit seiner Kindheit dem Theater. Schon mit sieben Jahren stand er in Dicks' Kirmesgäscht auf der Bühne. Später übernahm er Regieaufgaben beim Theaterclub Cercle amical auf Limpertsberg und fing an, eigene Theaterstücke zu schreiben. Die beiden ersten Stücke waren in Versen geschrieben. Für die Kinderbühne bestimmt waren die Stücke Arme Leit's Kröschtdâg und D'Wichtelcher vu Beggen. Charakteristisch für die sich an Dicks orientierenden Volksstücke sind die populären, in den Text eingeschobenen Lieder, die u. a. von Louis Beicht vertont wurden. Einen bis heute andauernden Publikumserfolg stellt die Operette D'Joffer Marie-Madeleine dar, die das Thema der Dienstbotenzeit eines luxemburgischen Mädchens in Paris aufgreift. Mit belehrendem Gestus werden Bodenständigkeit und Heimatliebe als die wahren Werte dem Modernitätskult und dem Leichtsinn des Großstadtlebens gegenübergestellt. 1939 übersetzte Josy Imdahl die in Luxemburg entstandene Operette Sonili des österreichischen Emigranten Bruno Granichstaedten ins Luxemburgische. Der Stoff des auf einer Notiz in der Frankfurter Zeitung basierenden melodramatischen Theaterstücks Aus Geldgier zum Kandmiérder, der den Mord einer Mutter an dem eigenen, als reicher Amerikaner unerkannt nach Hause zurückgekehrten Sohn schildert, ist ebenfalls von Max Goergen im Theaterstück Den Amerikaner und Nicolas Molling in der Erzählung Fluch der Armut im Band Novellen, Satiren und Skizzen behandelt worden. Unveröffentlicht blieben das Künstlerdrama Franz Fabricius (1918) und die Dramen Den Onbekannten (1920) und Den neie Gott (1928) sowie der Gedichtband Gëschter an haut.

Zusammen mit Demy Schlechter, René Hemmer, Joseph Olinger, Octave Crahay und Edmond Hansen gründete Josy Imdahl im Oktober 1922 die Fédération des sociétés dramatiques luxembourgeoises, einen hierarchisch und nach Regionen gegliederten Dachverband für luxemburgische Theatervereine. Ziel der von ihm initiierten Theaterreformbewegung war die Pflege und qualitative Verbesserung des heimischen Theaterschaffens, die Schaffung einer Luxemburger Nationalbühne, die Organisation einer professionellen Schauspielgruppe sowie die Wahrnehmung der künstlerischen und materiellen Interessen der angegliederten Vereine. Zu diesem Zweck wurde das von Josy Imdahl redigierte Monatsblatt Ons Bühn. Blieder fir Theater, Musik a Gesank ins Leben gerufen, das zum Verfassen von Originalstücken aufrief.

Germaine Goetzinger

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Ons Bühn. Blieder fir Theater, Musik a Gesank
Josy Imdahl

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1928 Josy Imdahl. In: Jonghémecht 2 (1927/28) 4/5, S. 73-79
-t (Unbekannt)
1949 Josy Imdahl. In: Die Warte Nr. 11/25, 19.03.1949
Léon Blasen
1989 “Klip klap, klip klap geet eng Millen”. Theaterschriftsteller Josy Imdahl wäre am morgigen Sonntag 100 Jahre alt geworden. In: Luxemburger Wort 11.03.1989, S. 4
Henri Wehenkel
2015 Der Kapellmeister. Émile Boeres. Biographies luxembourgeoises (10). In: d'Lëtzebuerger Land 18.12.2015, p. 12-13.
Claude D. Conter
Daniela Lieb
2018 Daten der Luxemburger Literatur. In: Fundstücke = Trouvailles (3) 2016/2017, S. 62 -103.

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
D'Joffer Marie-Madeleine. Operett an 3 Akten vum Jos Imdahl. Musék vum L. Beicht 1916 1916
De' vum Ieweschten Haff. Operett an 3 Akten. Text vum J. Imdahl. Musek vum L. Beicht 1926 1926
Blanne Manöver. Löschtég Operett an engem Akt. Text vum Josy Imdahl. Musik vum Pol Albrecht 1938 1938

Mitgliedschaft

Name
Cercle Amical, Troupe de théâtre Limpertsberg
Fédération des Sociétés Dramatiques
Hémechtssprôch / Heemechtssprooch
Theaterreformbewegung
Zuletzt geändert 22.08.2019