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Pierre Decock

Haine-Saint-Paul ()

Pseudonyme: Krokos

Pierre Decock wuchs in Belgien auf und besuchte ab 1970 das Institut Saint-Stanislas in Brüssel. Nach dem Abitur 1977 studierte er zeitgenössische Geschichte am Institut Saint-Louis und an der Université libre de Bruxelles. 1978 absolvierte er eine technische Ausbildung im Fachbereich Informatik. Von 1984 bis 2005 war Pierre Decock als Projektleiter und in beratender Funktion im Bereich der Informatik tätig, unter anderem für verschiedene Luxemburger Großunternehmen. Pierre Decock lebt seit 1985 in Luxemburg und nahm 2003 die luxemburgische Staatsangehörigkeit an. Seit 2005 arbeitet Pierre Decock als Betriebsprüfer bei der Luxemburger Post.

Pierre Decock veröffentlichte Sachbücher und historische Texte, etwa Kurzbiografien, unter anderem von Gabrielle Petit, in der Biographie nationale de Belgique sowie weitere Beiträge in den Cahiers de Clio (1984) und in der Revue Belge d’Histoire militaire (September 1987). Mit La Dame Blanche. Un réseau de renseignements de la Grande Guerre (Brüssel, 2010) veröffentlichte Pierre Decock eine historische Studie zu den geheimdienstlichen Aktivitäten während des 1. Weltkriegs. 2021 veröffentlichte Pierre Decock unter dem Titel Passeport pour le télétravail einen Leitfaden über das Arbeiten im Homeoffice.

Von 1992 bis 2001 war Pierre Decock Illustrator bei der Kinderzeitschrift Zack, für die er die Comicfiguren Tun und Frunnes sowie Tom und Tessy schuf. Den Text des Comicbands Tun & Frunnes. Alles an der Rei (1996) verfasste Gast Zangerlé. Mit Tun, Frunnes a Co., Décke Gas! (2015) legen Pierre Decock und Gaston Zangerlé eine Fortsetzung ihres Comics vor. Die Illustrationen und Geschichten stammen von Pierre Decock; für den luxemburgischen Text zeichnet Gaston Zangerlé verantwortlich. Darüber hinaus lieferte Pierre Decock die Zeichnungen für verschiedene Broschüren, etwa Mam Posti um Tour (2010). Zwei Erzählungen sind 2009 und  2010 in den Anthologien der Walfer Bicherdeeg erschienen. 2017 erschien der Tom & Tessy-Comicband De Schlassgeescht vu Befort, für den Pierre Decock sowohl die Zeichnungen als auch den französischen Text lieferte; die Übersetzung ins Luxemburgische stammt von Josiane Heinen. Der Band enthält die Erzählungen De Schlassgeescht vu Befort und D’Geheimnis vun der Rouder Iernz, die bereits zuvor in Zack erschienen sind.

Für seinen ersten Kriminalroman Toccata erhielt Pierre Decock im November 2008 in Metz den Prix des lecteurs de la Grande Région. Dieser Text, welcher teilweise in Luxemburg verortet ist, handelt von einer unveröffentlichten Partitur Johann Sebastian Bachs, deren Interpretation einen Organisten mit zwölf Fingern erfordert, und kombiniert Musikgeschichte mit Krimi- und Mysteryelementen. Der Kriminalroman De Profundis, dessen Handlung sich teilweise in Luxemburg abspielt, zeichnet die Ermittlungen Joao Da Costas, eines Luxemburger Polizeibeamten portugiesischer Abstammung, im Geschäfts- und Polizeimilieu nach. Les Chroniques de Saharane ist eine historische Erzählung, die in der fiktiven Stadt Saharane verortet ist und die Elemente des Entwicklungs-, Liebes- und Abenteuerromans miteinander verwebt. Der Roman erzählt die Abenteuer und den gesellschaftlichen Aufstieg des Protagonisten Amir Souleman im Kontext der Invasion eines friedlichen Landes Kleinasiens durch ein feindliches Steppenvolk. Die kurze humoristische Erzählung Les Mésaventures informatiques de Monsieur Bromfiets bezieht sich auf Pierre Decocks anfängliche Erfahrungen bei der Installation von Computern innerhalb eines Familienbetriebs. Auch in Pierre Decocks drittem Kriminalroman In articulo mortis leitet Inspektor Da Costa die Untersuchungen eines in Luxemburg verorteten Kriminalfalls, welcher von serieller Brandstiftung und dem Gewaltverbrechen an einer unbekannten alten Dame handelt. Mit Les Corbeaux de Greenwood legt Pierre Decock einen in der englischen Provinz der 1930er Jahre verorteten Kriminalroman für Jugendliche vor, in dem vier Jugendliche den Mord an der Lehrerin Ursula Tinkletongue aufklären. Die schrullig-humoristische Charaktere erinnern an Agatha Christies Miss Marple-Krimis und an Fünf Freunde-Geschichten von Enid Blyton.

In dem 2023 von Pierre Decock, Gaston Zangerlé, Monique Feltgen und Didier Debord gegründeten und auf in Luxemburg verortete Krimis spezialisierten Reihe Crime.lu erschienen bislang folgende Kriminalromane aus der Feder von Pierre Decock: Lea m’attendra, Le Moine à la boucle d’oreille und Un si gentil voisin. In Lea m’attendra geht die debütierende Polizistin und junge Mutter Nicky Roeder der Untersuchung einer Vermisstenmeldung eines scheinbar unbedeutenden NATO-Zivilbediensteten in Luxemburg nach. In Le Moine à la boucle d’oreille wird während einer archäologischen Grabung in Blumenhaff, einem nahe dem Abteistädtchen Echternach gelegenen Ort, eine Leiche mit modernem Ohrschmuck entdeckt. Inspektor Joao Da Costa und sein Kollege Wagner nehmen sich der Aufklärung des in die Vergangenheit Luxemburgs führenden Falls an. Un si gentil voisin schildert das Verschwinden eines jungen Mädchens aus der Perspektive eines alternden, desillusionierten Nachbarn, der auf eigene Faust den Spuren des Verbrechens nachgeht.

Mit dem Roman Victor verlässt Pierre Decock das Format des klassischen Krimis. Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive des hochbegabten, sieben Jahre alten Victor, der seine zahlreichen Talente und Aktivitäten, wie etwa seine an Börsenspekulationen und das Studium mehrerer Fremdsprachen, vor der Außenwelt geheim hält. Schritt für Schritt verdeutlicht sich vor dessen geistigem Auge, dass er die Wiedergeburt eines erfolgreichen Geschäftsmannes ist, der einem heimtückischen Mordkomplott zum Opfer gefallen ist.

Der Roman Luxembourg. Zone rouge entwirft ein dystopisches Szenario Luxemburgs nach einer nuklearen Katastrophe im französischen Kernkraftwerk Cattenom. Aus der Perspektive eines Überlebenden, der in den notdürftig ausgestatteten Auffanglagern in der Marne aufwächst, schildert der Roman Mikes Weg durch einen langfristig nuklear verseuchten und verlassenen Landstrich zurück nach Luxemburg.

Für die in der Bronzezeit spielenden  Abenteuergeschichte Aran et le Clan des loups erhielt Pierre Decock 2020 den ersten Preis des Wettbewerbs Lisons en français der Vereinigung Freed um Liesen, bei dem Texte ausgezeichnet werden, die den Französischkenntnissen von Schülern des 4. Zyklus in den Luxemburger Grundschulen entsprechen. Das Buch enthält Illustrationen der Klasse 2CE1 des Lycée Michel Rodange.

2024 erschien der Roman Lycania, der sich auch an jugendliche Leser wendet und Elemente des Jugend- und Gruselgenres kombiniert. Der Roman schildert die Erlebnisse einer Familie, die während eines Bergurlaubs im entlegenen Lycania-Tal einer unheimlichen Wahrheit auf die Spur kommt. Das Buch enthält Zeichnungen des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst von Pascal Seil

Veröffentlichungen

Übersetzungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Zack
    Verwendete Namen
    Pierre Decock

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Zitiernachweis:
Seil, Pascal: Pierre Decock. Unter: , aktualisiert am 05.07.2024, zuletzt eingesehen am .