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Jessica Mersch

Luxemburg

Pseudonyme: Bichergeck (De) ; Yvonne Leopold ; Yvonne Louis Leopold ; Mira Rauk ; Sandra B.

Jessica Mersch besuchte die Grundschule in Canach, in Reisdorf und in Beaufort, anschließend das Lycée classique de Diekirch und die École privée Fieldgen. Sie ist heute Hausfrau und Mutter.

Zum literarischen Schaffen Merschs zählen Romane, Erzählungen, Gedichtbände und Kinderbücher, die sie auf Luxemburgisch und Deutsch häufig unter Pseudonymen publiziert. In ihren ersten, meist in der Ich-Form verfassten Werken behandelt sie ernste Themen wie körperliche Misshandlung, häusliche Gewalt, Krankheit, Suizid, Drogenabhängigkeit oder Kinderpornografie, die später auch ihre Kriminalgeschichten prägen. Als Sandra B. veröffentlichte sie „Wee geet Pappa eng Béier sichen?“ (2008), das den sexuellen Missbrauch an einer Minderjährigen anprangert. Das Buch endet mit ermutigenden Briefen von Kinderschutzvereinen und einem Nachwort von Christiane Ehlinger, die bei der schriftlichen Umsetzung mitwirkte. Lieweg. Een Dag nom aneren (2019) erweitert das Thema des Missbrauchs um andere soziale Abgründe. Die Ich-Erzählerin inszeniert sich dabei als tragisches Opfer, das durch Durchhaltevermögen Sinn im Leben findet. In Karma. E klenge Psychothriller (2020) schildert eine schuldbeladene Erzählerin die versehentliche Tötung ihrer Freundin und die brutale Rache von deren Schwester. Die Kurzgeschichten des Bandes Facettë vum Liewen (2022) thematisieren vielfältige Ärgernisse und Überraschungen des Alltags sowie die damit verbundenen Emotionen. Die drei kurzen „Psychothriller“ aus Wer ist hier der Verrückte? (2024) drehen sich um einen notorischen Brandstifter, eine geistig verwirrte Frau sowie eine weitere Mörderin, die eine Freundin auf dem Gewissen hat. Die Erzählung Vicky (2024) ist als Anamnese ihrer Protagonistin gestaltet, die in einer psychiatrischen Einrichtung einen Fragebogen zu ihrer Krankengeschichte ausfüllt. Schritt für Schritt zurück ins Leben. Eine Depressionsgeschichte und [Depressionsgeschichten] setzen sich, teils aus persönlicher Perspektive, mit der titelgebenden Krankheit auseinander, indem sie deren Auslöser und mögliche Auswege beschreiben. Ee Summermärche fir Kanner/Ee Summerdram. De Romeo a säi Julia (2024) greift Motive aus Shakespeares A Midsummer Night’s Dream und Romeo and Juliet auf und fasst sie für Kinder zusammen.

2024 publizierte Mersch unter dem Pseudonym Yvonne (Louis) Leopold drei Bände mit Kurz- und Kürzestgeschichten. In Geschichten jenseits von Klischees werden literarische Klassiker wie die Grimm’schen Märchen in einen zeitgenössischen Kontext übertragen. Die Sammlung Geheimnisse im Schatten, die auch Gedichte enthält, widmet sich den dunklen Seiten des Lebens und wirft dabei existenzielle Fragen auf. Die Erzählungen in Und die Moral von der Geschicht? kreisen um die Eigenheiten skurriler Figuren. 2025 erschienen unter dem Pseudonym Mira Rauk die Gedichtbände Kein Trost. Nur Feuer. Gedichte und Splittergespräche, Kein Halt. Nur Atem, Feuer. Atem. Leben und Sprichwörtlich falsch, die sich u. a. mit Gewalt, Verlust, Angst und Schuld auseinandersetzen, und der poetisch-psychologische Rat- und Impulsgeber Da, wo es wehtut. Ein Buch für Kinder, die viel tragen.

Mersch veröffentlichte zunächst auf ihrem Blog „De Bichergeck“, später auf Facebook regelmäßig Buchrezensionen auf Luxemburgisch und Deutsch, sowie Interviews mit zeitgenössischen Autoren.

Dieser Artikel wurde verfasst von Jacques Steffen und Tim Reuter

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Steffen, Jacques/Reuter, Tim: Jessica Mersch. Unter: , aktualisiert am 24.07.2026, zuletzt eingesehen am .