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Foto: Mandy Thiery


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Mandy Thiery

Esch/Alzette

Nach der Grundschule in Oberkorn und Ehleringen besuchte Mandy Thiery von 2004 bis 2009 das Lycée Hubert Clément in Esch/Alzette. Anschließend wechselte sie an das dortige Lycée de garçons, wo sie 2012 das Abitur machte. Nach einem Bachelorstudiengang in Europäischer Kultur an der Universität Luxemburg absolvierte sie von 2017 bis 2020 einen Masterstudiengang in Theaterwissenschaft und Interkulturalität an der gleichen Universität. Neben dem Studium machte sie Praktika am Théâtre national du Luxembourg (TNL) und am Escher Theater. Seit 2020 ist sie freie Schriftstellerin.

Auf Initiative von Ian De Toffoli trug sie 2015 ihr Kurzstück E braavt Meedchen im Rahmen der New Voices im Kasemattentheater vor. 2018 wurde das Monodrama Escher Meedchen unter der Regie von Rafael David Kohn im Escher Theater uraufgeführt. Die Räumung des Hauses ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter gibt einer Frau den Anlass, um über die Ursachen ihrer vertrackten familiären Situation zu reflektieren. Nach und nach kommt die schwierige Vorgeschichte mit dem Vater ihrer 16-jährigen Tochter ans Licht und setzt Gefühle frei, die sie jahrelang unterdrückt hat, um ihrer Tochter eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Escher Bouf (2023) erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Bruders, der als einer der wenigen die Wahrheit kennt und den das Trauma seiner Schwester indirekt belastet. Seine Schuldgefühle versucht er mit dem Aufbau einer bürgerlichen Musterfamilie zu kompensieren und merkt derweil nicht, wie er in einen Teufelskreis aus Alkohol und Kontrollzwang gerät und sich zunehmend von seinem Umfeld entfremdet. Als die Gerüchte, die sich um das enge Verhältnis der Geschwister ranken, ihn in seiner eigenen Familie in Erklärungsnot bringen, ist er schließlich gezwungen, sich der Vergangenheit zu stellen. 2021 wurde das Stück Das Fenster uraufgeführt. Es handelt von einem jungen arbeitslosen Kunstwissenschaftler, der unter einem Dach mit seiner dominanten Mutter lebt, die ihn von der Außenwelt fernhalten will. Sein einziger Kontakt zu seinen Mitmenschen ist das Nachbarmädchen, das sich völlig in die digitale Welt zurückgezogen hat und von einer Karriere als Influencerin träumt. Das Leben der Protagonisten wird auf den Kopf gestellt, als eines Tages ein junger Mann durch das Fenster hineinklettert und versucht, die beiden mit den Vorzügen der weiten Welt zu verführen. Das Stück plädiert für Weltoffenheit und übt Kritik an der entfremdenden Wirkung sozialer Medien. 2024 wurde der Text veröffentlicht. 2021 war sie mit dem Text Mama, ech hu sou Bauch wéi beim dritten Festival de Théâtre in Befort dabei.

2022 inspirierten sich eine Reihe junger Autorinnen und Autoren für die vom Theaterkollektiv MASKéNADA im Rahmen von Esch2022 aufgeführte Erzähltheaterreihe E roude Fuedem duerch de roude Buedem an sechs im Süden des Landes angesiedelte Sagen aus Mil GoerensEiser Soen. Mandy Thiery schrieb den Audiowalk Malleus Maleficarum 2.2 und den Theaterspaziergang Nuetsgejäiz & Bëschgepëspers. Letzterer entstand in Zusammenarbeit mit Jean Bürlesk.

Mandy Thiery nimmt regelmäßig an den Lesereihen Désœuvrés und Word in Progress teil.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude Kremer

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Mitgliedschaft

  • A:LL Schrëftsteller*innen
Zitiernachweis:
Kremer, Claude: Mandy Thiery. Unter: , aktualisiert am 02.07.2024, zuletzt eingesehen am .