Jean Baptiste Esch

Batty Esch

Pseud.: J.B.E. ; sch

Weidingen/Wiltz - Hartheim/Linz ()


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Jean Baptiste Esch
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Jean Baptiste Esch besuchte nach dem Abitur am Athenäum 1923 das Priesterseminar in Luxemburg. 1929 wurde er zum Priester geweiht und war Vikar in der Kathedrale. 1930 wurde er von Bischof Nommesch nach Rom entsandt, wo er 1932 das Studium des Kirchenrechts abschloss. Nach seiner Rückkehr wurde er verantwortlicher Redakteur des Feuilletons des Luxemburger Wort, wo er zuvor schon die Beilage Die Luxemburger Frau betreut hatte. Wegen der als Privat-Berichte (P.B.) aus Brüssel getarnten Texte, die Kritik am Nationalsozialismus artikulierten, wurde Jean Baptiste Esch am 11. Mai 1940 von der Gestapo festgenommen. Nach seiner Haftentlassung solidarisierte er sich mit den verhafteten Journalistenkollegen des Luxemburger Wort, Jean Origer und Pierre Grégoire, und folgte ihnen nach Sachsenhausen-Oranienburg. Im September 1941 wurde er ins KZ Dachau gebracht, wo er seinen einstigen journalistischen Gegenspieler Frantz Clément traf. Schließlich kam er mit einem Krankentransport nach Schloss Hartheim, dem Euthanasiezentrum der Nationalsozialisten, wo er starb.

Jean Baptiste Esch machte es sich in zahlreichen journalistischen Beiträgen zur Aufgabe, die Grundsätze des Christentums zu vermitteln. In Briefe aus Rom legte er 1940 von seinem zehn Jahre zurückliegenden Rom-Aufenthalt Zeugnis ab. Darin warnte er die Leser vor dem zivilisatorischen Zusammenbruch durch die faschistischen Regime und mahnte zu einer europäischen Erneuerung auf der Grundlage des Katholizismus unter politischer Stärkung des Vatikans. Staatspolitisch plädierte er für einen neuen katholischen Ständestaat nach mittelalterlichem Vorbild.

Jean Baptiste Esch befürchtete vor dem Hintergrund der Inszenierungen politischer Macht in den 1930er Jahren einen sozialen und kulturellen Niedergang. Dem setzte er den Glauben entgegen. Im Mittelpunkt der posthum erschienenen fingierten Briefe an Dich (1949), die zwischen 1933 und 1936 in der Rundschau des Luxemburger Wort veröffentlicht worden waren, stand die theologische Diskussion um die Teilhabe des modernen Menschen an der Gnade Gottes zur Überwindung einer unverständlich gewordenen Welt. Seine familienpolitischen Beiträge zur Ehe, die von der AFP in den 1940er Jahren aufgegriffen wurden, waren Ausdruck der Auffassung eines Christentums, das sich im sozialen Alltag bewähren müsse.

Ebenfalls posthum gab Pierre Grégoire das Kriegstagebuch von Jean Baptiste Esch heraus, eine Chronik der Kriegswirren und pazifistisches Bekenntnis in religiösem Gewande. Darin beobachtete Jean Baptiste Esch die politischen Maßnahmen und die Macht der Medienberichterstattung aus der Vorkriegszeit kritisch.

Claude D. Conter

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
Briefe aus Rom. Zeitgemäße Betrachtungen von vor zehn Jahren
Jean Baptiste Esch [Autor]
1940
DEU
Sonstiges > Theologie, Religion
1940
Mein Kriegstagebuch
Jean Baptiste Esch [Autor]
1948
DEU
1948
Briefe an Dich
Jean Baptiste Esch [Autor]
1949
DEU
Sonstiges > Theologie, Religion
1949

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Academia. Mitteilungen aus dem Luxemburger Katholischen Akademiker-Verein
Jean Baptiste Esch
J.B.E.
sch
Luxemburger Frau (Die). Organ der katholischen Frauenorganisationen Luxemburgs
Jean Baptiste Esch
Luxemburger Wort / d'Wort / LW
Jean Baptiste Esch
J.B.E.
Rundschau (Die). [Kulturbeilage des Luxemburger Wort]
Jean Baptiste Esch

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
1964-1966 Drucker, Gazettisten und Zensoren durch vier Jahrhunderte luxemburgischer Geschichte. Bd.I-V
1973 Schriftleiter-Silhouetten. Luxemburger Wortführer der Wahrheit
1981 Luxemburgs Kulturentfaltung im neunzehnten Jahrhundert. Eine kritische Darstellung des literarischen Luxemburg.
1982 Einhundert schwarze Tage vor fünfzigtausend Folterstunden. In: Luxemburger Wort 135 (1982) 203, S. 8-9.
1982 Unvergessene Vergangenheit. Im Herbst 1942 starben die geistlichen Leiter der Sankt-Paulus-Druckerei und des "Luxemburger Wort“ den Tod für Glauben und Heimat. In: Luxemburger Wort 135 (1982) 203, S. 8-9.
1987 Radioscopie de la littérature luxembourgeoise sur la seconde guerre mondiale. Bibliographie annotée des publications autonomes des quarante dernières années
1995 Die Luxemburger in der Welt. 1775-1995. Ein Lesebuch der luxemburger Reiseliteratur
Emile Rossler
2002 "Wie Gold im Ofen hat er sie geprüft und wie ein Brandopfer angenommen." (Buch der Weisheit). Vor 60 Jahren erlitten Mgr. Jean Origer und Jean-Baptiste Esch in der Hölle des Naziterrors den Märtyrertod. In: Die Warte-Perspectives 26.09.2002.
Paul Dostert
2003 Jean-Baptiste Esch. 1902-1942. In: 400 Joer Kolléisch. Vol. 2, p. 389-390.

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
Briefe aus Rom. Zeitgemäße Betrachtungen von vor zehn Jahren 1940 1940
Mein Kriegstagebuch 1948 1948
Zuletzt geändert 20.02.2014