08.05.1875 Ehnen - 14.02.1960 Echternach
I. C. war der Sohn eines Lehrers. Nach dem Abitur 1895 am Athenäum studierte er Germanistik und Altphilologie in Luxemburg, Lille, Berlin und Paris. Danach unterrichtete er Deutsch und Griechisch am Athenäum, später am Gymnasium in Echternach. Gemeinsam mit Joseph Tockert nahm er regen Anteil am kulturellen Leben in Echternach. Auf Vorschlag der Regierung studierten I. C., René Engelmann und Joseph Tockert 1905/1906 englische Sprache und Literatur in London. 1940 trat I. C. in den Ruhestand.
I. C. war Literaturkritiker, Sprachforscher, Dichter und Theaterschriftsteller. Zumeist auf Luxemburgisch, selten auf Deutsch, verfasste er Literaturkritiken, insbesondere zum Theater. 1923 hielt er am Echternacher Gymnasium Vorträge zur Hundertjahrfeier von Dicks und 1927 zur Zentenarfeier von Michel Rodange. Zu seinen literaturkritischen Arbeiten zählen Texte über André Duchscher, die in den Jahren 1926 und 1927 im Echternacher Anzeiger und 1958 in Eis Sprooch (Verein ES) erschienen. I. C. veröffentlichte darüber hinaus Beiträge zur Sprachwissenschaft, kulturhistorische Chroniken sowie Kurzgeschichten in De Gukuk, Jonghémecht, Journal des professeurs, Revue trimestrielle d'études linguistiques, folkloriques et toponymiques, Les Cahiers luxembourgeois und Das Füllhorn. In der Zeitschrift Eis Sprooch der gleichnamigen Vereinigung, deren Präsident I. C. war, erschienen über hundert Beiträge von ihm. Er war seit 1935 Mitglied des Institut grandducal, Section de linguistique, de folklore et de toponymie, dem er ab 1950 vorstand. Er war auch Mitglied der Wörterbuchkommission, wo er zuständig für die Dialekte der Mosel- und Untersauergegend war. Zuvor waren zwischen 1935 und 1950 seine Studien zur Idiomatik der Echternacher Sprache in Vierteljahresblätter für luxemburgische Sprachforschung, Volks- und Ortsnamenkunde erschienen.
I. C. schrieb zudem Lyrik und Theaterstücke. Viele Gedichte stehen in Beziehung zu Echternach, z. B. D'Schaffbaierléid, De Fraibre'if vun der Greewin Ermesindis vu Letzeburech un I'Echternach 1236 oder In honorem sancti Willibrordi 739-1939. Die beiden letztgenannten zeichnen sich durch einen feierlich epischen Stil aus. Die während der Evakuation in der Ardennenoffensive 1944 entstandenen Sonette blieben unveröffentlicht.
I. C.' dramatisches Werk umfasst mehr als ein Dutzend Stücke, die außer dem unveröffentlichten Einer aus Californien [o.J.] alle in luxemburgischer Sprache geschrieben wurden. In Katechessem fir Amateurtheaterspiller (1926) gab er einen Überblick über das Theater in Luxemburg, das sich s. E. im Umbruch von der volkstümlichen Komödie Dicks' zum neuen Volksstück befand, und erläuterte seine Vorstellungen zum Theaterspiel, insbesondere zum Amateur- und Dorftheater. Eckpunkte seiner umfassenden Theaterreform, wozu auch das Publikationsorgan Ons Bühn gehörte, waren das Gebot der Natürlichkeit für das dramatische Schaffen, der soziale Aspekt der Theaterarbeit für das Dorfleben und eine Professionalisierung des Theaterbetriebs. I. C. versuchte, seine Reformvorstellungen in seinen Dramen umzusetzen. Die Stücke, die wie En Hiirt gesicht! oft im ländlichen Milieu angesiedelt sind, verhandeln mit belehrender Absicht aktuelle Themen und folgen den Handlungsmustern der Verwechslung, der Verstrickungen und des Rollentauschs. Das Studentenstück Mwumbu! zeugt vom kolonialisierenden Blick auf Afrika. Die Eheanbahnungsstücke De Kampf mam Drâch und Wann déi al Scheiere brennen! folgen konventionellen Mustern der Sittenkomödie. Ja, ja, dat Englescht! behandelt die Beziehung des Emigranten zu seinen Verwandten im Heimatland. In 'T Heemechs-Scholl setzt er sich mit den Gefährdungen luxemburgischer Dienstmädchen in der Fremde auseinander. Zu einigen Theaterstücke schrieben Max Menager, Laurent Menager und J. A. Müller die Musik, ein Gedicht wurde von Albert Wirtz vertont.
I. C. ist außerdem als Verfasser von Kurzgeschichten und Erzählungen in luxemburgischer Sprache hervorgetreten. Darin thematisierte er die Folgen des Ersten Weltkrieges in Luxemburg und beschäftigte sich mit dem Dorfleben des 19. Jahrhunderts. Einige Kurzgeschichten verfasste er zunächst auf Deutsch. Posthum erschien 1998 eine Sammlung von sieben Erzählungen. Mehrere Texte von I. C. blieben unveröffentlicht.
Titel der Zeitung/Zeitschrift |
benutzte Namen |
|---|---|
| Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts | Comes, Isidore |
| Echternacher Anzeiger | Comes, Isidore |
| Eis Sprooch (Actioun Letzebuergesch) | Comes, Isidore |
| Eis Sprooch (Eis Sprooch). Veräinsblaat fir alles waat lëtzebuurgesch ass | Comes, Isidore I.C. |
| Füllhorn (Das). Neue illustrierte Monatsschrift | Comes, Isidore |
| Gukuk (De). erausgi vum Eugène Forman | Comes, Isidore Ico. |
| Heimat in Wort und Bild (Die). Beilage der Obermosel-Zeitung | Comes, Isidore |
| Hémecht (d') - La Patrie. Erausgi vun der Unio'n vun de Letzeburger Freihêtsorganisatio'nen | Comes, Isidore |
| Jonghémecht / Jong-Hémecht. Zeitschrift für heimatliches Theater, Schrift- und Volkstum | Comes, Isidore |
| Journal des professeurs | Comes, Isidore |
| Ons Bühn. Blieder fir Theater, Musik a Gesank | Comes, Isidore |
| Revue trimestrielle d'études linguistiques, folkloriques et toponymiques | Comes, Isidore |
| Vierteljahresblätter für Luxemburgische Sprachforschung, Volkskunde und Ortsnamenkunde | Comes, Isidore |
| Name |
|---|
| Eis Sprooch 1952-1971 |
| Hémechtssprôch |
| Institut grand-ducal Section de linguistique, de folklore et de toponymie (1935-97) |
| Luxemburger Wörterbuch (50er Jahre) |
| Luxemburgische Sprachgesellschaft (1924-35) |
| Nationalinstitut Letzeburg (1922-1927) |