Peter Faber

Pierre Faber

Pseud.: fbr. ; Moltonaso ; Pietro Moltonaso ; Pitus Nasus ; p.f. ; P.F. ; Pierre et Paul ; Pietro ; Toucan ; Toucan Harmonieux

Eich (damals Gemeinde Eich) - Luxemburg


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Peter Faber
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Nach Mittelschulstudien in Luxemburg trat Peter Faber als Beamter bei der ARBED-Vertriebsgesellschaft COLUMETA ein. Hier lernte er Poutty Stein kennen, mit dem er die Vorliebe zum Chanson teilte. Gemeinsam gestalteten sie Kabarett-Abende im Casino und gründeten 1926 die Kantatenfabrik Faberstein, die 1931 in Manufacture Nationale de Cantates, kurz MANACA, umbenannt wurde. Man nannte das beliebte Duo Die Straßensänger. Gemeinsam gaben sie die Liedersammlung D'Fescher an d'Jeer (1930) für den Haupeschclub heraus. Peter Faber vertonte viele Texte von Poutty Stein, so z. B. die Festkantate Gre'vemacher, und gab eine Auswahl von dessen Liedern unter dem Titel Séng bescht Liddercher (1959) heraus.

Auch bei den Jahresrevuen der AGEL/ASSOSS und der FNEL Pfadfindertruppe Diables mauves wirkte Peter Faber mit, für die er die bekannten Lieder Héich de Bockel voll Gepäck und Fei Leit gin zu Fouss, de Pak de fiert mam Automobil schrieb. Als Generalsekretär der Diables mauves lieferte er die Musik zu den für die Pfadfindertruppe geschriebenen Theaterstücken von Tit Weinacht, u.a. Dem Fielser Jang sei Kreizzug (1936), De Bretzert (1939) und Da komm mat der Mönz (1949). Gemeinsam mit Sepp Hansen setzte er sich in den 1920er und 1930er Jahren für die Verbreitung des französischen Volksliedes ein, indem er die eigens dazu geschaffene Gesanggruppe am Klavier begleitete. Darüber hinaus war er Musikkritiker der Luxemburger Zeitung.

Für die Letzeburger Stonn von Radio Luxemburg schrieb Peter Faber in den 1930er Jahren eine Reihe von Radiosketchen wie z.B. Eng ro'heg Pläzchen und Nemme ké Geld, wobei er sowohl den Text als auch die Musik lieferte. Zudem trat er als Autor von Erzählungen und eines unveröffentlichten  Theaterstückes in Erscheinung. Seine Erzählungen erschienen in La Voix des Jeunes, den Schriften des Verbandes der Volksbildungsvereine, in Les Cahiers luxembourgeois, Junge Welt und Luxemburger Zeitung. Eine Auswahl wurde unter dem Titel Erzählungen veröffentlicht. Kennzeichen ist eine differenzierte psychologische Beschreibung unterschiedlicher Charaktere sowie eine subtile Ironie. Die erotische Dreiecksgeschichte Die grosse l'Amour erschien zuerst in Fortsetzungen in der Luxemburger Zeitung, dann als Separatdruck. 1937 wurde Peter Fabers bislang unveröffentlichtes Theaterstück Gabrielle vom Lëtzebuerger Vollékstheater unter der Regie von Josy Imdahl uraufgeführt. Es handelt von der zweiten Chance auf ein irdisches Dasein, die Petrus einem Selbstmörder zugesteht und vom Versuch, dessen Schutzengel Gabrielle zur Rückbesinnung auf seine göttliche Mission zu bewegen.

1961 wurde Peter Faber Mitglied des Institut grand-ducal, Section de linguistique, de folklore et de toponymie, dessen Vizepräsidentschaft er 1970 übernahm. Von ihm stammt eine bedeutende Sammlung luxemburgischer Pflanzennamen. Daneben regte er die Schaffung eines Tonarchivs an und verfasste das Faltblatt Grundregeln zur luxemburgischen Rechtschreibung. Von 1964 bis 1975 war Peter Faber Mitglied der Wörterbuchkommission.

Germaine Goetzinger

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Annuaire de l'Association générale des étudiants luxembourgeois
Peter Faber
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Peter Faber
Eis Sprooch (Actioun Letzebuergesch)
Peter Faber
Junge Welt. Literatur-Kunst-Sport-Schönheit
Moltonaso
Luxemburger Zeitung III [1868-1941] / LZ
Peter Faber
fbr.
Neue Luxemburger Kalender (Der). Eine Publikation von Tony Jungblut
Peter Faber
Schriften des Verbandes Luxemburger Volksbildungsvereine
Peter Faber
Tribüne (Die). Wochenzeitschrift für politisches und geistiges Leben
p.f.
Voix des Jeunes (La) (Voix (La) 1951-1969)
Peter Faber
Moltonaso
Pietro Moltonaso

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
Anonym (Unbekannt)
1937 "Gabrielle". Spill an drei Akten vum Peter Faber, opgef'ert vim "Letzeburger Vollekstheater". In: Luxemburger Wort 9./10.01.1937
Carlo Hury
1978 Bibliographie Pierre Faber. In: Bulletin linguistique et ethnologique (1978) 21, p. 5-6
1978 Pierre Faber †. In: Bulletin linguistique et ethnologique (1978) 21, p. 3-5
1979 Erinnerung an Peter Faber. In: Revue (1979) 36, p. 22-23
Léon Blasen
1996 Wer war "Moltonaso“? In: Die Warte-Perspectives 5.12.1996
Rob Zeimet
2013 Das Leben - ein Kegelspiel. "Coluquilles", ein Kegelklub mit musikalisch-literarischen Ansprüchen. In: Die Widmung = La dédicace, S. 98-105

Archiv


BNL: Ms 666

Literaturpreise

Name Auszeichnung Ausgezeichnetes Werk Jahr
Concours littéraire "Les Cahiers luxembourgeois" 2. Preis (Deutsche Novellen) Amazone in Seide 1933
Concours littéraire "Les Cahiers luxembourgeois" 2. Preis (Deutsche Novellen) Die Rettung 1933
literarischer Wettbewerb des Verbandes der Volksbildungsvereine Trostpreis ex-aequo Festliche Flucht 1934

Mitgliedschaft

Name
ASSOSS/AGEL - Association générale des étudiants luxembourgeois
FNEL = F.N.E.L. Fédération nationale des éclaireurs (et éclaireuses) luxembourgeois
Institut grand-ducal Section de linguistique, de folklore et de toponymie (1935-97)
Kantatenfabrik Faberstein
Luxemburger Wörterbuch (50er Jahre)
MANACA - Manufacture Nationale de Cantates oder Kantatenfabrik Faberstein
Mansarde (La) - Kabarett
Revue (Theater)
Schmiereclub
Zuletzt geändert 17.09.2015