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© Philippe Matsas/CNL

Anna Leader

Anna J. Leader ; Anna Justine Leader
Bellingham, WA ()

Anna Justine Leader ist Luxemburgerin britisch-amerikanischer Herkunft. Ihr Vater ist James Leader. Von 2000 bis 2003 besuchte sie die Europaschule, anschließend die Internationale Schule in Luxemburg, an der sie 2014 ihr Abitur machte. Sie studierte Komparatistik an der Princeton University in den USA. Ihre Bachelorarbeit (2018) befasst sich mit dem religiösen Atheismus im dichterischen Werk von Anise Koltz. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie ein Jahr als Programmkoordinatorin und Studienberaterin für die NGO Capital Partners for Education. Seit 2020 unterrichtet sie Französisch und Englisch an der Pennington Privatschule in New Jersey.

Im Alter von sechzehn Jahren verfasste Anna Justine Leader ihren ersten Gedichtband, Squeak like Dolls. Der Titel bezieht sich auf ein Zitat des amerikanischen Dichters Wallace Stevens. Die Gedichte sind nach den vier Jahreszeiten geordnet, von Herbst bis Sommer, entsprechend dem Zyklus eines Schuljahres. Die Autorin beschreibt Alltagsleben, Liebeserfahrungen, Hoffnungen und Gefühle einer Jugendlichen in Luxemburg. Ihre Werke inspirieren sich an Dichtern wie Robert Frost, W.H. Auden und Zbigniew Herbert und erschienen in englischsprachigen Zeitschriften, u.a. Teen Ink, The Underground, The Ofi Press Magazine, Polyphony HS und Hemingway's Playpen.

Ihr erster Roman, Tentative, erschien ebenfalls 2013. Es ist die Entwicklungsgeschichte von Estrella, einer sechzehnjährigen Britin an der Internationalen Schule in Paris. Nach einem Road Trip von Budapest über Prag und München nach Paris, zu dem ihre neue Freundin N sie anstiftet, beschreibt der Roman das Verhältnis zwischen Estrella, ihrem Freund S und N in einer jugendlichen Dreierbeziehung. Die Geschichte lebt von zahlreichen Dialogen und literarischen Zitaten, von Tom Stoppard und Oscar Wilde bis Albert Camus.

Im Oktober 2020 wurde ihr Stück Deliver Us, ein Reihe von Dialogen zwischen Geburtshelfern und Schwangeren in den Jahren 1918, 1962 und 2020, im Théâtre national uraufgeführt. Das Stück thematisiert die Schwierigkeiten einer Geburt in stressbeladenen Situationen, sei dies die Angst vor einem Nuklearkrieg oder einer Pandemie.

Anna Justine Leader erhielt zahlreiche Preise für ihre Werke. 2012 gewann sie den Concours Jeune Printemps, beim Concours littéraire national erhielt sie jeweils den ersten Preis in der Kategorie Jugend für den Historienroman A Several World Vienna 1912-1919 (2014), für die Gedichtsammlung A Lifetime Lies (2015) und für das Theaterstück Outlast (2018). Sie erhielt ebenfalls Preise in der Kategorie Jugend in Großbritannien, u.a. 2012 und 2013 im Foyle Young Poet of the Year Wettbewerb und 2013 im Sony Young Movellist Wettbewerb für ihren Roman Tentative. Für die englische Übersetzung des französischen Gedichts L'hiver qui vient von Jules Laforgue wurde sie 2013 mit dem Times Stephen Spender Prize in der Kategorie Jugend ausgezeichnet. 2015 erhielt sie die gleiche Auszeichnung für ihre Übersetzung von Giersch des deutschen Dichters Jan Wagner. 2019 wurde sie für ihre englische Übersetzung Real Men eines Auszuges der französischen Kurzgeschichte De purs hommes von Mohamed Mbougar Sarr mit dem Preis junger Übersetzer des britischen Verlagshauses Harvill Secker ausgezeichnet. Ihre Kurzgeschichte Beata handelt von der Oberflächlichkeit der Beziehungen zwischen Schulkameradinnen. Die Geschichte wurde für den Sammelband Young Voices (2020) zurückbehalten, der die Finalisten des gleichnamigen, von Black Fountain Press organisierten Schreibwettbewerbs vorstellt.

Dieser Artikel wurde verfasst von Sandra Schmit

Veröffentlichungen

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Zitiernachweis:
Schmit, Sandra: Anna Leader. Unter: , aktualisiert am 19.04.2021, zuletzt eingesehen am .