Adolf Berens

Adolphe Berens; Dölly Berens; J.-Adolphe Berens

Pseud.: Ale Mann ; Prosper Canzen ; Gillius Döll ; Felix Fondeur ; Justus Frantzen ; Isabgar Franzmann ; Gillius' Döll ; Nouterlan ; Quiddam / Quidam ; vun ém ale Mann

Grevenmacher - Petingen


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Adolf Berens
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Adolf Berens ist der Sohn eines Steinmetzen und wuchs nach dem frühen Tod des Vaters bei seiner Mutter und seinen Großeltern auf. Nach der Primärschule in Grevenmacher besuchte er die Lehrernormalschule in Luxemburg. Anschließend hatte er verschiedene Lehrerstellen inne, zunächst im Bahnhofsviertel der Stadt Luxemburg, an der Ackerbauschule in Ettelbrück und in Steinheim bei Echternach. Von 1904 bis 1914 stand er im Dienst André Duchschers an der Knabenschule von Wecker und leitete die Arbeiterfortbildung in dessen Fabrik. Über diese ihn prägende Zeit berichtet Adolf Berens in seinen Erënnerongen u meng zwe' Patre'ner. Er setzte seine Laufbahn in Rollingen (Lamadelaine) und vom Beginn der 1920er Jahre bis zu seiner vorzeitigen Versetzung in den krankheitsbedingten Ruhestand im Jahr 1936 als Oberprimärlehrer in Petingen fort. Adolf Berens war Mitglied des von Lucien Koenig ins Leben gerufenen National-Instituts, des Institut grand-ducal, Section de linguistique, de folklore et de toponymie und 1936 Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins D'Hémechtssprôch. 1926 schlug er die Stiftung eines nach Michel Rodange benannten Preises für Mundartliteratur vor. Als Mitarbeiter der von Frantz Clément 1903-1904 herausgegebenen Zeitschrift Der Morgen veröffentlichte Adolf Berens Gedichte und literaturkritische Beiträge u. a. über Peter Rosegger. Zwischen 1907 und 1913 entstanden die unveröffentlicht gebliebenen Theaterstücke in deutscher Sprache Der Trauring, Tisbina und Kriemhild. In den 1920er und 1930er Jahren erschienen seine Beiträge zur Volkskunde, Lokalgeschichte und Mundartliteratur etwa in der Obermoselzeitung, der Jonghémecht, der Zeitschrift für Sprach- und Volkskunde Arduenna und im Kalender Der Luxemburger Hinkende Bote.

Sein Roman D'Kerfegsblo'm gilt als erster Roman in luxemburgischer Sprache. Er erzählt eine im ausgehenden achtzehnten Jahrhundert einsetzende und sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Geschichte aus der Zeit der französischen Revolutionskriege. Adolf Berens erhielt für seinen Roman 1928 den ersten Prix de littérature luxembourgeoise. Die Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen und die Problematik der Landflucht thematisiert das Volksstück Schennesch a Schîwesch. Wie das Fastnachtsspiel Am Gedei! ist es im ländlichen Milieu des Syr-Tals angesiedelt. Das nach dem Zweiten Weltkrieg erschienene Epos De Gro'sse Käser um die Gestalt Heinrichs VII. schließt an die Gestaltung historischer Stoffe im Rahmen der nationalistischen Dichterschule Lucien Koenigs an. Adolf Berens hinterließ Manuskripte von Romanen, Theaterstücken sowie Sammlungen epischer und lyrischer Dichtung.

Pierre Marson

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Arduenna . revue de linguistique et de folklore = Zeitschrift für Sprach- und Volkskunde
Adolf Berens
Jonghémecht / Jong-Hémecht. Zeitschrift für heimatliches Theater, Schrift- und Volkstum
Adolf Berens
Luxemburger hinkende Bote (Der). Volkskalender für das Grossherzogtum Luxemburg
Adolf Berens
Morgen (Der). Monatsschr. für religiöse, künstler. u. wiss. Kultur
Adolf Berens
Obermosel-Zeitung / OMZ
Adolf Berens
Zeitung für kleine Leute
Adolf Berens

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
N.S. (Unbekannt)
1928 Adolf Berens. In: Jonghémecht 2 (1928) 7, p. 142-148
Anonym (Unbekannt)
1928 Die Preisträger des 1. Lux. Literaturpreises 1928: 1. Adolf Berens, 2. Professor Jos. Tockert, 3. Professor M. Tresch. In: Jonghémecht 3 (1928) 1, S. 18-20.
Anonym (Unbekannt)
1940 Adolf Berens zum 60. Geburtstag. In: Jonghémecht 14 (1940) 3/4, p. 59
Unbekannt
1940 Der literarische Teil. Adolf Berens - 60 Jahre alt. In: Luxemburger Wort 15.03.1940
1996 Erinnerungen an "Gillius Döll". Zum 40. Todestag von Nationaldichter Adolf Berens. In: Luxemburger Wort 23.03.1996

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
D'Kerfegsblo'm. Én Geschicht a'us dem ale Letzeborger Volleksliewen an der Muselsprôch. 4 vol. 1921-1928 1921
De Gro'sse Käser. (Il alto Arrigo). National-Epos vu Gillius' Döll 1948 1948

Archiv


BNL: Ms 377, 378, 379, 381, 382, 384, 385

Literaturpreise

Name Auszeichnung Ausgezeichnetes Werk Jahr
Prix de littérature I Luxembourg Prix de littérature D'Kerfegsblo'm 1928

Mitgliedschaft

Name
Hémechtssprôch / Heemechtssprooch
Institut grand-ducal Section des sciences morales et politiques
Luxemburgische Sprachgesellschaft (1924-35)
Nationalinstitut Letzeburg (1922-1927)
Zuletzt geändert 22.12.2017