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Foto: Yves De Smet


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© Collection CNL

Yves De Smet

Brüssel ()

Als Sohn eines Offiziers der belgischen Armee besuchte Yves De Smet die Primärschule in Brüssel, Pepinster und in der BRD, wo sein Vater stationiert war. Nach seinen Gymnasialstudien am Athénée royal de Pepinster und am Collège Saint-Louis in Lüttich studierte er, von 1971 bis 1978, Medizin/Chirurgie/Geburtshilfe an der Universität Lüttich und, von 1978 bis 1983, Neuropsychiatrie an den Universitäten Leuven und Paris und an der Neuropsychiatrischen Klinik in Ettelbrück. Er war zuerst Facharzt in der Clinique Saint-Louis, dann, bis zu seinem Ruhestand, im Centre hospitalier neuropsychiatrique in Ettelbrück. Yves De Smet ist Luxemburger; er ist Vorstandsmitglied der Amis de la Maison de Victor Hugo in Vianden und des Theatervereins Rido-Op in Ettelbrück

Yves De Smet veröffentlicht wissenschaftliche Studien in Fachzeitschriften wie Acta neurologica belgica, Acta psychiatrica belgica (Brüssel), Revue Neurologique (Paris) und Bulletin de la Société des sciences médicales du Grand-Duché de Luxembourg. 1995 war er zusammen mit Dr. Jean-Marie Spautz Herausgeber der Akten des Ärztesymposiums Le Lobe frontal. Approches neuropsychiatriques. Zu seinen wichtigsten Fachpublikationen zählen Histoire de la neuropsychologie pré-corticale (Louvain-la-Neuve, 1987) und L'Ischemie cérébrale (Brüssel, 1993).

Yves De Smet schreibt literarische Prosatexte und vom Surrealismus inspirierte Gedichte. Sie widmen sich hauptsächlich den Frauen und der Liebe, sind grundsätzlich optimistisch und zeichnen sich durch ihren lyrischen Ton, einen wachen und verspielten Rhythmus, ungewöhnliche Assoziationen und das Spiel mit Formalismen aus. Die Gedichte der 1975 erschienenen Sammlung Mots croisés wurden in Zusammenarbeit mit dem Lyriker Jean-Claude Masson nach der Methode des "Cadavre exquis" geschrieben. Éos, eine 1986 veröffentlichte Gedichtsammlung, preist die Geliebte und wird vom Thema der Morgendämmerung bestimmt. Die Sammlung Antiphonaire versteht sich als Blason des weiblichen Körpers in 183 von den Jahreszeiten inspirierten Themen, in denen sich beschwörende und erotische Gedichte, Zitate von großen Autoren, die die Vision einer sensualistischen Welt schaffen, und Gedichte zu Ehren von De Smets Lieblingsdichtern wie Mallarmé, Aragon, Rimbaud oder Benjamin Péret abwechseln.

In dem hybriden Text Victor Hugo à Vianden, ou l'Impossible Manuscrit (2018) liefert Yves De Smet eine Darstellung des luxemburgischen Exils des französischen Dichters nach der Ausweisung aus Belgien im Mai 1871. Ausgehend von den kursiv im Text gesetzten persönlichen Notizen und Zeichnungen Hugos erzählt De Smet, wie der Aufenthalt ausgesehen haben könnte. Hugos Reisebeschreibungen wechseln ab mit Gedichten aus einem mittelalterliches Manuskript, das Hugo bei einem seiner Besuche in den 1860er Jahren im Viandener Schloss entdeckt hätte. Mélusine, damoiselle bien aimée wird Yves de l’Our, einem fiktiven Troubadour am Hof der Grafen von Vianden, zugeschrieben, hierbei handelt es sich um ein Alter ego des Autors.

Die Veröffentlichung der Sammlung Mélusine im Jahr 2019 übernimmt den Gründungsmythos der Stadt Luxemburg, der auch bei Nicolas Gredt, Nik Welter, Jeanne Duren, Michel Stoffel oder Corinne Kohl-Crouzet auftaucht. Yves De Smet behält darin seinen sinnenfreudigen und verspielten Ton, unterwirft seine Gedichte allerdings einer strengeren Struktur, oft mit Reimen und klarer Metrik. Er verbindet in diesem Werk den Rhythmus und die Ausdrucksfreiheit mittelalterlicher Fatrasien mit den lyrischen Impulsen der Romantiker und dem ironischen Blick der Moderne. Der Leser wird Zeuge von Wortspielen und überraschenden Assoziationen zu Liebe, Sexualität, Leben und Tod. Der Sammelband inszeniert den Schlüsselmoment der legendären Geschichte um die Fee Melusina: ihren Aufschrei, als sie von ihrem Mann im Bad überrascht wird. Jedes der drei Kapitel wird mit einer Collage von Yves de Smet eingeführt.

Seine Gedichte wurden in Les Cahiers luxembourgeois, Galerie und Die Warte-Perspektives veröffentlicht.

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Wilhelm und Claude Bommertz

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Bulletin de la Société des sciences médicales du Grand-Duché de Luxembourg
    Verwendete Namen
    Yves De Smet
  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Yves De Smet
  • Titel der Zeitschriften
    Galerie. Revue culturelle et pédagogique
    Verwendete Namen
    Yves De Smet
  • Titel der Zeitschriften
    Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
    Verwendete Namen
    Yves De Smet

Sekundärliteratur

Mitgliedschaft

  • Amis de la Maison de Victor Hugo
Zitiernachweis:
Wilhelm, Frank/Bommertz, Claude: Yves De Smet. Unter: , aktualisiert am 23.10.2020, zuletzt eingesehen am .