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Foto: Mathias Tresch


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© Collection CNL

Mathias Tresch

Math. Tresch
Lintgen Luxemburg

Pseudonyme: Ignotus ; Leo Montanus ; M.T.

Nach dem Abitur 1897 am Athenäum studierte Mathias Tresch Romanistik und Altphilologie an den Universitäten Paris und Berlin. Ab 1901 unterrichtete er Französisch an der Industrie- und Handelsschule in Esch/Alzette, von 1903 bis 1940 an der Industrie- und Handelsschule in Luxemburg. Mathias Tresch, der dem Spektrum liberaler Intellektueller zuzuordnen ist, war Sekretär der Association des professeurs de l’enseignement supérieur et moyen, Mitbegründer der Volksbildungsvereine (1908) und der SELF (1934) sowie korrespondierendes Mitglied des Institut grand-ducal, Section de linguistique, de folklore et de toponymie. 1936 wurde Mathias Tresch Mitglied der Société des gens de lettres de France. Im Rahmen der zahlreichen Feierlichkeiten und kulturellen Veranstaltungen des Jubiläumsjahres 1939 (100 Jahre Luxemburger Unabhängigkeit) initiierte Tresch die Nationale Buch- und Presseausstellung, die vom 15. bis zum 30. Juni im Cerclegebäude stattfand.  

Mathias Tresch schrieb Beiträge zur Literatur und zu Volksliedern, aber auch Prosatexte, Gedichte und Theaterstücke. Er war journalistisch tätig und lieferte viele Beiträge für nationale und internationale Zeitungen und Zeitschriften wie D’Natio’n, Les Cahiers luxembourgeois, Revue luxembourgeoise, Floréal, Junge Welt, Luxembourg, Volkstribüne, L’Indépendance luxembourgeoise, Jonghémecht, Journal des Professeurs, Les Pages de la S.E.L.F. sowie La Grive oder Le Pays lorrain.

Vor dem Ersten Weltkrieg schrieb Mathias Tresch unter den Pseudonymen Ignotus und Leo Montanus philosophische Texte mit kulturkämpferischem und antiklerikalem Einschlag. Lettres sur l’éducation (1909), in Treschs eigener Übersetzung als Briefe aus der Schule (1910) und vorab in L’Indépendance luxembourgeoise erschienen, eröffnete eine polemische Auseinandersetzung zum Schulwesen in Luxemburg mit der katholischen Kirche, v.a. mit dem Domherrn Louis Held. Ein weiterer polemischer Text aus seiner Feder war Aus dem Tagebuch einer hysterischen Nonne oder wie das Wundermädchen Klara Moes (1832-1895) Luxemburger Bischöfe stürzte und auf den Thron brachte. Auch ein Kapitel Kirchengeschichte (Frankfurt/Main 1912), der sich mit einem Exorzismusfall aus dem 19. Jahrhundert befasste.

Neben zahlreichen pädagogischen Texten veröffentlichte Mathias Tresch 1916 eine Grammaire théorique et pratique de la langue française. Er schrieb Bücher und Beiträge über Volkslieder, Sprache und Folklore Luxemburgs. Eine erweiterte Neuauflage von Évolution de la chanson populaire et savante erschien 1926 in Paris und Brüssel. Das Werk La Chanson populaire luxembourgeoise wurde 1928 mit dem neu geschaffenen luxemburgischen Prix de littérature und 1929 mit dem Prix Marc Langlais der Pariser Société des gens de lettres ausgezeichnet.

Mathias Tresch war zudem Literaturkritiker und Conférencier und beschäftigte sich mit La Fontaine und dessen Fabeln, dem Prometheus-Motiv und dem Surrealismus. Zur Hundertjahrfeier der Geburt von Félix Thyes gab Mathias Tresch 1930 eine kritische Ausgabe des Romans Marc Bruno mit Illustrationen von Paul de Pidoll heraus.

Der Literat Mathias Tresch trat zuerst mit Gedichten wie Mort de Jean lʼAveugle à la bataille de Crécy (1897) oder Au génie du grand Corneille (1906) in Erscheinung. Im Sammelband mit Geschichten Contes et Nouvelles zeichnete er mit literarischen Mitteln einige Episoden aus der Geschichte Luxemburgs oder stellt eigentümliche Personen aus Stadt und Land vor. Mathias Tresch schrieb auch Theaterstücke, die teilweise um alte luxemburgische oder französische Volksweisen drehen. Sie wurden bei Aufführungen für Kinder der Union des Femmes de France in Luxemburg unter der Regie von Josy Imdahl gespielt, waren oft nur M.T. unterschrieben und blieben meist unveröffentlicht. Auf die Bühne kamen Les Noces d'or (1929), mit Balleteinlagen und einer Ouverture von Paul Albrecht, Le Jeu des métiers (1930), Le Jeu de la rose (1931) und Le Diable et le Méchant Enfant (1933). Der einzige gedruckte Theatertext ist Vieux Noël luxembourgeois en six tableaux (1938), ein Weihnachtsspiel in Alexandrinern, vertont von Lucien Lambotte.

Dieser Artikel wurde verfasst von Gast Mannes und Nicole Sahl

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    A-Z Luxemburger Illustrierte
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Arts et lettres. publication de la Section des arts et des lettres de l'Institut grand-ducal
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers ardennais (Les)
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
    M.T.
  • Titel der Zeitschriften
    Floréal. revue libre d’art [et] de littérature = freie Rundschau für Kunst und Litteratur
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Grive (La). Ardenne-Champagne-Wallonie
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Indépendance luxembourgeoise (L')
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Jonghémecht / Jong-Hémecht. Zeitschrift für heimatliches Theater, Schrift- und Volkstum
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Journal des professeurs
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
    M.T.
  • Titel der Zeitschriften
    Junge Welt. Literatur-Kunst-Sport-Schönheit
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Luxembourg. journal du matin politique et littéraire
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Illustrierte
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Landeszeitung und Freie Presse
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Natio'n (D'). Nationalistesch Revue / Rewü
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Neue Luxemburger Kalender (Der). Eine Publikation von Tony Jungblut
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    neue Zeit (Die) = Les Temps nouveaux [1911-1914]. Organ für fortschrittliche Politik und Volksbildung
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Pages de la SELF (Les)
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Revue Luxembourgeoise. (publiée par l'Université Populaire de Luxembourg)
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Voix des Jeunes (La) (Voix (La))
    Verwendete Namen
    Mathias Tresch
  • Titel der Zeitschriften
    Volkstribüne (Die). Demokratisch-fortschrittliches Organ, vormals Luxemburger Bürger-Zeitung
    Verwendete Namen
    M.T.

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • Alliance française
  • APESS - Association des professeurs [avant 1940: de l’enseignement supérieur et moyen, après guerre: de l'enseignement supérieur et secondaire]
  • Institut grand-ducal Section de linguistique, de folklore et de toponymie (1935-97)
  • Luxemburgische Sprachgesellschaft (1924-35)
  • SELF / S.E.L.F. - Société des écrivains luxembourgeois de langue française
  • Société des écrivains ardennais (Charleville-Mézières)
  • Société des Gens de Lettres, Paris
  • Volksbildungsverein = Allgemeiner Volksbildungsverein für das Großherzogtum Luxemburg = Association d'éducation populaire

Archiv

Zitiernachweis:
Mannes, Gast/Sahl, Nicole: Mathias Tresch. Unter: , aktualisiert am 24.11.2021, zuletzt eingesehen am .