Marc Limpach

Luxemburg


Foto: Marc Limpach
Marc Limpach
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Marc Limpach besuchte die Grundschule in Beles-Metzerlach und das Lycée Hubert-Clément in Esch/Alzette. Nach dem Abitur 1994 studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten von Straßburg, Köln, Paris I (Panthéon-Sorbonne) und Cambridge (UK). Anschließend arbeitete er zunächst für eine internationale Anwaltskanzlei, bevor er zur Commission de Surveillance du Secteur Financier wechselte.

Marc Limpach interessierte sich bereits am Gymnasium für das Theater und die Schauspielerei. Er studierte während seiner Schulzeit am Konservatorium Esch/Alzette u.a. bei Henri Losch Sprecherziehung und Rollenstudium und nahm an zahlreichen Workshops und Festivals im In- und Ausland teil. Zwischen 1989 und 2000 war er Mitglied der Jugendtheatergruppe Namasté des Lycée Hubert-Clément. Neben seinen juristischen Tätigkeiten wirkte er als Schauspieler in zahlreichen Theaterproduktionen mit, u.a. unter der Regie von Frank Hoffmann. Dabei spielte er vor allem am Théâtre national de Luxembourg (TNL), am Kasemattentheater und bei den Ruhrfestspielen. Hinzu kommen zahlreiche Gastspiele im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus war Marc Limpach auch immer wieder an Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler beteiligt.

Seit der Spielzeit 2007/08 ist er als Dramaturg des Kasemattentheaters in Luxemburg verantwortlich für dessen Spielplangestaltung und hat rund 40 literarische Lesungen produziert. Bei diesen Lesungen wird häufig versucht einen Zusammenhang zwischen luxemburgischen und ausländischen Autoren herzustellen, ob zu einem Themenschwerpunkt (Vom Krieg der Geschlechter (2009/10), Vom großen Fressen (2009/10), Geld mon Amour (2012/13)) oder zur Auseinandersetzung mit bestimmten Autoren (Fetzen, Splitter und andere Gedichte (2007/08) von Frantz Clément, Alex Weicker und Karl Schnog über die Zwischenkriegszeit in Luxemburg, Tucho und K. (2008/09) mit Briefen Franz Kafkas und Kurt Tucholskys, Ein Heimatabend für Nestbeschmutzer! (2010/2011) mit Texten von Max Frisch, Thomas Bernhard und Roger Manderscheid, Extreme (2016/17) mit Texten von Pol Michels, usw.

Marc Limpachs schriftstellerische Tätigkeit liegt zum einen im Bereich Theater, Film und Fernsehen und zum anderen im Bereich der Luxemburger Zeitgeschichte. 2004 hat er, zusammen mit Regisseur Claude Lahr, den Kommentar des preisgekrönten Dokumentarfilms Heim ins Reich ausgearbeitet. 2011 schrieb er 12 Folgen für die erste Luxemburger Sitcom Weemseesdet an der u.a. auch Guy Helminger mitwirkte. Zusammen mit Désirée Nosbusch entwickelte er 2013 das Drehbuch für den Dokumentarfilm Succès Foux über den luxemburgischen Schauspieler Fernand Fox.

2015 wurde der englischsprachige Kurzmonolog Coconuts mit sieben anderen Stücken von Luxemburger Autoren unter dem Titel Furcht und Wohlstand im Luxemburger Land im Kasemattentheater gespielt und im gleichen Jahr im Sammelband Migrant - un recueil de pièces publiziert. Der Monolog verhandelt in überspitzter Weise die kulturellen Unterschiede zwischen Luxemburgern und Amerikanern.

2016 folgte das auf wahren Begebenheiten basierende Stück En Tiger am Rousegäertchen. Das Stück handelt von der feindlichen Übernahme des französisch-spanisch-luxemburgischen Stahlkonzerns ARCELOR durch den indischen Konkurrenten MITTAL Steel im Jahre 2006. Das Stück lässt sich, nicht zuletzt wegen den, zum Teil aus wortwörtlich zitierten Originaldokumenten montierten Dialogen, in die Tradition des politischen Dokumentartheaters einreihen, auch wenn es im Untertitel als Farce ausgewiesen wird. Es wurde im November 2016 unter der Regie von Frank Feitler im Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg uraufgeführt und erschien zeitgleich als Buch.

Daneben hat Marc Limpach öfters wissenschaftliche Werke zu Themen der Luxemburger Zeitgeschichte, insbesondere über den Luxemburger Widerstand im Zweiten Weltkrieg und kulturgeschichtliche Themen, veröffentlicht. Im Jahr 2005 erschien sein Buch Wir glauben an die Demokratie - Albert Wingert, Resistenzler und 2009 gab er zusammen mit Franz Fayot den Sammelband Robert Krieps (1922 - 1990). Démocratie, justice, culture, éducation heraus. 2010 schrieb er einen Beitrag für das Buch Qui inventera les réalités nouvelles? mit unveröffentlichten Gedichten von Nic Klecker. 2014 gab er zusammen mit Germaine Goetzinger und Lex Weyer den Jubiläumsband anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Kasemattentheaters heraus, worin er sich in einem eingehenden Aufsatz mit der Geschichte des Kasemattentheaters befasste. Gemeinsam mit Ian De Toffoli und Elise Schmit ist er seit 2016 Mitherausgeber der Luxemburger Kulturzeitschrift Les Cahiers luxembourgeois.

Marc Limpach ist Präsident der beratenden Kommission für das Künstlerstatut des Luxemburger Kulturministeriums, Mitglied des Vorstands der Robert-Krieps-Stiftung und war von 2003-2017 Mitglied der Menschenrechtskommission in Luxemburg.

 

Claude Kremer

Werke

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
En Tiger am Rousegäertchen. Eng Farce iwwert dem Mittal seng Iwwernahm vun der Arcelor
Marc Limpach [Autor]
2016
DEU ENG FRE LTZ
2016

Sonstige Mitarbeit

Titel Jahr Sprache Genres yearsort
50 Jahre Kasemattentheater. 1964 – 2014
Germaine Goetzinger [Herausgeber / Redakteur]
Marc Limpach [Herausgeber / Redakteur]
Lex Weyer [Herausgeber / Redakteur]
2014
LTZ DEU FRE
Sonstiges > Sachbuch, Nachschlagewerk
2014

Mitarbeit bei Zeitungen

Titel der Zeitung Benutzte Namen
Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
Marc Limpach
forum. fir kritesch Informatioun iwer Politik, Kultur a Relioun
Marc Limpach
Jeudi (Le). l'hebdomadaire luxembourgeois en français
Marc Limpach
Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land / LL. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur
Marc Limpach
Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg
Marc Limpach
Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
Marc Limpach

Sekundärliteratur in Auswahl (Autor & Gesamtwerk)

Autor Jahr Info
2007 „Es geht um Menschlichkeit“ Menschen unter uns. In: Télécran, n°13, 24.03.2007, p.38.^
France Clarinval
2012 „Portraits. ‚Le théâtre pose les grandes questions de la condition humaine‘“. In: Désirs, Hiver 2011/2012, p.30
Josée Zeimes
2015 „Ballottés entre deux pays“. In: Le Jeudi, n°13, 26.03-01.04.2015, p.24 [zu: Furcht und Wohlstand im Luxemburger Land]
Fabienne Gilbertz
2015 „"Don't laugh, because it's true". Sammelband "Migrant" verbindet humorvolle und ernsthafte Blicke auf das Thema Migration“. In: Livres = Bücher, mai-juin 2015, p.12
Josée Hansen
2015 „Faut pas être raciste“. In: d'Lëtzebuerger Land, 27.03.2015, p.15 [zu: Furcht und Wohlstand im Luxemburger Land]
Vesna Andonovic
Laurent Schmit
2016 „Der Finger in der Wunde. Arcelor und Mittal oder Liebesheirat, Vernunftehe und die Notwendigkeit des Beischlafs“. In: Luxemburger Wort, n° 265, 12/13.11.2016, p.25
2016 “En Tiger am Rousegäertchen”, In: Fondation Robert Krieps, 12.11.2016 [online]
Claude Reiles
2016 «(Global) Village». In: d'Lëtzebuerger Land, n°47, 18.11.2016, p.15
Josée Zeimes
2016 „L’appétit vorace du plus fort. ‘En Tiger am Rousegäertchen’ de Marc Limpach“. In : Le Jeudi, n° 46, 17.11-23.11.2016, p.25
Josée Hansen
2016 „La première fois comme tragédie, la seconde comme farce“. In: d'Lëtzebuerger Land, n°44, 28.10.2016, p.15
2017 „Gut gebrüllt, Tiger“. In: Revue, n°11, 15.03.2017, p.26-29

Sekundärliteratur zu den einzelnen Werken

Titel Jahr yearsort
En Tiger am Rousegäertchen. Eng Farce iwwert dem Mittal seng Iwwernahm vun der Arcelor 2016 2016

Weblinks

Mitgliedschaft

Name
Kasemattentheater
Namasté
Zuletzt geändert 09.11.2017