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Foto: Serge Basso de March


Foto:
© Adrienne Arth

Serge Basso de March

Verdun ()

Pseudonyme: Basso-Lunghi

Serge Basso de March wurde als Sohn italienischer Immigranten in Frankreich geboren, wo der Vater in der Stahlindustrie arbeitete. 1986 schloss er sein sozialwissenschaftliches Studium an der Universität Rennes ab und spezialisierte sich 1991 im Bereich der Vermittlung von soziokulturellen Projekten. Während drei Jahren war er Kulturbeauftragter der Stadt Longuyon, während sieben Jahren Direktor der Kulturabteilung der Stadt Longwy und anschließend fünf Jahre lang Leiter der künstlerischen Aktivitäten des Centre dramatique national von Béthune. Von 2002 bis 2020 war er Direktor der Kulturfabrik in Esch/Alzette.

Serge Basso de March greift in die Diskussion um alternative Kulturprojekte und die Möglichkeiten kultureller Vermittlung ein. Er veröffentlichte die Prosabände Page blanche (1993) und Lettres senties mentales et recommandées (1995). Letzterer schließt an die Literaturvorstellungen von L'Ouvroir de Littérature Potentielle (OULIPO) an und grenzt sich von den herrschenden literarischen Literatur- und Kunstdiskursen durch den systematischen Gebrauch experimenteller und kombinatorischer Sprach- und Wortspiele ab. Serge Bassos erster Gedichtband Contre-marges (2006) ist ein Plädoyer für die gesellschaftlich Ausgegrenzten, an erster Stelle die Dichter und Künstler. Der zweite Lyrikband L'Envers du sable (2009) hat Familienerinnerungen zum Inhalt und ist der Ausgangspunkt eines gleichnamigen Theaterstückes. Die im Jahr 2020 erschienene Sammlung Triptyque d'un horizon aperçu setzt sich, im Bewusstsein der individuellen Vergänglichkeit, mit dem Alter und dem sich am Horizont abzeichnenden Tod, aber auch mit den Erinnerungen an die schon gelebte und dem Versprechen einer noch zu lebenden Zeit auseinander. Der dreiteilige Band ist durch eine strenge formale Komposition gekennzeichnet.

Die Kriminalromanreihe Les Quatre Saisons de l'inspecteur Wagner ist in Zusammenarbeit mit Enrico Lunghi entstanden. Es ermitteln Inspektor Wagner und seine Adjutanten Verdi und Nunes in einem die vier Jahreszeiten umfassenden Projekt. Im ersten Roman Les Dessous de la Vierge à l’Enfant (2013) wird, im Anschluss an den Raub eines Gemäldes im kunsthistorischen Museum, in Sachen Kunsthandel, Antisemitismus und Neonazismus ermittelt. Außerdem setzt der Autor intertextuelle Verfahren ein wie z.B. die Übernahme der Gestalt der entlassenen Inspektorin Martine Martin aus den Romanen Miss Mona oder La Énième Mort d’Ernesto Guevara de la Serna, dit le Che von Tullio ForgiariniY’a des fausses notes dans la cinquième (2016) deckt, ausgehend von einem Mord während eines Konzerts in der Luxemburger Philharmonie, die Rivalitäten und Mauscheleien im Milieu der Straßenbauunternehmer auf. Beide Romane bedienen sich sowohl klärender Anmerkungen als auch ausgedehnter direkter Leseranrede zur Erklärung des Schreibverfahrens und editorischer Kriterien. In Vrais masques et fausses façades (2020) werden, ausgelöst durch einen Mord, Blicke hinter die Fassade luxemburgischer Wohlanständigkeit geworfen und ungeahnte Immobiliengeschäfte, versteckte Liebschaften, ausschweifendes Nachtleben und Drogenkonsum russischer Millionäre aufgedeckt. Wichtiger als der auf luxemburgische Orte und Personen vielfach Bezug nehmende Plot ist Basso und Lunghi das Schreibverfahren mit seinen zahlreichen Anmerkungen, Erklärungen, Zitaten und intertextuellen Verweisen. Darüber hinaus wurden Anita Gretsch (Claire Leydenbach), Nathalie Ronvaux, Jeff Schinker und Tullio Forgiarini eingeladen, mit einem eigenen Textbeitrag in die Handlung des Romans einzugreifen.

Mit Les Concombres n’ont jamais lu Nietzsche (2017) wendet sich Serge Basso der Gattung des Aphorismus zu. Durch den Rückgriff auf geistreiche Sprachspiele und amüsanten Sprachwitz dekonstruieren die in dem Band enthaltenen Sinnsprüche konventionelle Bedeutungen und spitzen Sprachbilder und Gedanken paradox und virtuos zu, wobei zahlreiche kulturelle, literarische und philosophische Referenzen hergestellt werden. Der Band ist vom französischen Zeichner Lefred Thouron illustriert, der u.a. für den Canard enchaîné arbeitet.

Einige von Serge Bassos Gedichten erschienen in der Zeitschrift Passerelles in Thionville. Andere wurden ins Rumänische übersetzt und erschienen in den Anthologien Grenzporträts/Portrete de frontieră (2017) und Poezia lumii în oraşul poeziei. Volumul întîi (2018). Für die Lyriksammlung Petite cosmogonie des poèmes avec jardin erhielt er den zweiten Preis beim Concours littéraire national 2020.

Dieser Artikel wurde verfasst von Frank Wilhelm und Pierre Marson

Veröffentlichungen

Übersetzungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Passerelles. Revue d'Etudes Interculturelles
    Verwendete Namen
    Serge Basso de March
  • Titel der Zeitschriften
    transkrit. Revue littéraire - Zeitschrift für Literatur
    Verwendete Namen
    Serge Basso de March
  • Titel der Zeitschriften
    Traversées. Revue littéraire trimestrielle
    Verwendete Namen
    Serge Basso de March

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • Printemps des Poètes - Luxembourg
Zitiernachweis:
Wilhelm, Frank/Marson, Pierre: Serge Basso de March. Unter: , aktualisiert am 18.06.2021, zuletzt eingesehen am .