23.09.1938 Esch/Alzette
C. M. wuchs in Rümelingen auf, wo er die Grundschule besuchte. Nach dem Abitur 1958 an der Industrie- und Handelsschule in Esch/Alzette studierte er an den Cours supérieurs in Luxemburg (1958/59), in Louvain (1959/60), Bonn (1960/61), Paris (1961/62) und Tübingen (1962/63) Germanistik, Geschichte, Latein und Philosophie. 1964 begann er als Gymnasiallehrer am Lycée de garçons in Esch/Alzette, bevor er fünf Jahre später diensttuender Direktor der Mittelschulen in Petingen und Düdelingen wurde. 1970 wurde er zum Direktor des Collège d'enseignement moyen de Pétange berufen. Von 1987 bis 2003 war er Direktor des Staats-, später Nationalarchivs. Daneben war C. M. politisch aktiv: in Differdingen saß er ab 1981 für die LSAP im Gemeinderat, von 1994 bis 2002 war er Kultur- und Umweltschöffe. Von 1977 bis 1999 war er Mitglied des Staatsrates.
Als Schriftsteller debütierte C. M. mit Renzo Pontevias Briefe (1962), die wegen satirischer Verunglimpfung eines Bürgers aus Rümelingen einen Eklat verursachten; der Autor zog sein Buch daraufhin zurück. Themen seiner deutschsprachigen politisch-operationalen, marxistischen Gedichte und Erzählungen sind die Absurdität des Alltags, die Infragestellung von Gewohnheiten und Verhaltensweisen sowie die Künstlerproblematik. Belletristische Texte von C. M. erschienen in der Schülerzeitung boum, in Le Phare sowie in Les Cahiers Luxembourgeois und Revue de la Jeunesse. C. M. schrieb des Weiteren vier Theaterstücke in luxemburgischer Sprache, darunter die Schwänke Den Inventär, Jhemp & John in der Tradition des Volkslustspiels und die Übersetzungen Eisen und Uarmelettshouchzäit(d. i. Die Kleinbürgerhochzeit) von Bertolt Brecht. Die literaturkritischen und historiografischen Glossen, Essays und Aufsätze mit teilweise bissigen Kommentaren zum politischen und kulturellen Leben in Luxemburg, die überwiegend im Tageblatt erschienen, trug C. M. in den Sammlungen Vergebliche Streitschriften und Wortwenden zusammen.
Seit Mitte der 60er Jahre suchte C. M. nach neuen Vertriebsmöglichkeiten für Luxemburger Literatur und initiierte literarische Workshops und Publikationsforen für die Schriftstellergeneration von 1925 bis 1938: 1965 gründete er die Autorengruppe impuls, welche im Umfeld der 68er Studentenunruhen den Ton der politischen Literatur nach Luxemburg importierte. C. M. gründete zugleich die Publikationsreihe impuls (1965-1970), in der junge Schriftsteller wie Jean-Paul Jacobs, Roger Schiltz, Roger Manderscheid, Rolph Ketter, Fernand Karier, Carlo Thein oder Robert Gliedner veröffentlichten. Zusammen mit Jos Weydert gründete er 1968 die Zeitschrift doppelpunkt (bis 1970), in der außer der Luxemburger Literatur auch zeitgenössische deutsche Texte von Barbara Frischmuth, Gert Jonke, Gert Heidenreich oder Nicolas Born gedruckt wurden. 1978 initiierte er die MOL -Reihe, die bis 1982 dreißig Hefte umfasste; seit 1982 gibt er die Kulturzeitschrift Galerie heraus.
C. M. richtete eine Sektion für die Erforschung der Luxemburger Literatur im Nationalarchiv ein, aus der 1995 das Literaturarchiv in Mersch entstand. Er legte verschiedene literaturwissenschaftliche Studien zur Luxemburger Literatur vor, etwa zu Nicolas Pletschette, Caspar Mathias Spoo, René Engelmann, Marcel Noppeney, Batty Weber und vor allem über Michel Rodanges Werk und zu Aline Mayrisch-de Saint Hubert. C. M. trat dabei vor allem mit editorischen Arbeiten zu Werkausgaben und Korrespondenzen hervor. Für seine grenzübergreifende Kulturarbeit wurde er 1999 mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. C. M. war in unterschiedlichen Funktionen in Kulturvereinen, Stiftungen und kulturpolitischen Gremien tätig z. B. Differdinger Volksbildungsverein, De Minettsdapp, Cercle des Amis de Colpach, Institut grand-ducal, Section de linguistique, d'ethnologie et d'onomastique oder Fondation Servais und Conseil national du livre. Er ist MItglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Weimar-Jena: Die große Stadt - Das kulturhistorische Archiv. C. M. ist Mitglied des LSV.
Titel der Zeitung/Zeitschrift |
benutzte Namen |
|---|---|
| boum. letzeburger studentenzeitung | Mayer, Claude Mayer, Claus Meder, Cornel Méderchesgeck (De) Rimeur, Claude Ypsilon, Ria Gräfin von |
| Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts | Meder, Cornel |
| Carleton Germanic Papers | Meder, Cornel |
| Doppelpunkt | Kestner, Michel Meder, Cornel |
| Eis Sprooch (Actioun Letzebuergesch) | Meder, Cornel |
| Galerie. Revue culturelle et pédagogique | Meder, Cornel Meko |
| impuls. Luxemburger Textversuche | Meder, Cornel |
| MOL | Meder, Cornel |
| NEeuropa / Nuova Europa : revista d'arte e letteratura = Nouvelle Europe. revue d'art et de littérature | Meder, Cornel |
| Phare (Le) | Meder, Cornel |
| Récré / Ré-création. Magazine culturel de l'APESS | Meder, Cornel |
| Reenbou. revue plurilingue de poésie = pluringual poetry magazine | Meder, Cornel |
| Revue de la Jeunesse. éditée par la Croix-rouge luxembourgeoise | Meder, Cornel |
| Schliessfach. Zeitschrift für Literatur und Grafik | Meder, Cornel |
| Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg | Anatole Erasmus Laura Leo Meder, Cornel Renate Titus |
| Name | Auszeichnung | Ausgezeichnetes Werk | Jahr |
|---|---|---|---|
| Mérite culturel Differdange | 1998 | ||
| Rheinlandtaler | 1999 |
| Name |
|---|
| Cercle des Amis de Colpach |
| CNLi - Conseil national du livre |
| Fondation Servais |
| Institut grand-ducal Section de linguistique, de folklore et de toponymie (1935-97) |
| LSV - Luxemburger Schriftstellerverband |
| Minettsdapp (De) |
| Volksbildungsverein = Allgemeiner Volksbildungsverein für das Großherzogtum Luxemburg = Association d'éducation populaire |