01.02.1957 Differdingen
Georges Hausemer besuchte das Gymnasium in Echternach und studierte bis 1981 Publizistik und Romanistik (Schwerpunkt Spanisch) in Salzburg und Mainz. Seitdem ist er als freischaffender Schriftsteller, Übersetzer und Reisejournalist tätig und arbeitet als freier Mitarbeiter für die éditions Guy Binsfeld. Er wohnt seit 1984 in Esch/Alzette und ist mit Susanne Jaspers verheiratet.
Seit den 70er Jahren ist Georges Hausemer Korrespondent für kulturelle und literarische Themen bei deutschen (u. a. Der Literat) und luxemburgischen Zeitungen, z. B. Tageblatt und Revue. Seit seiner Studienzeit übersetzte er zusammen mit Josiane Geisler zahlreiche Science-fiction-Romane und Kurzgeschichten für den Heyne Verlag aus dem Französischen und Spanischen ins Deutsche, u. a. Das Wunschgesicht, Der olympische Krieg und Ist da Jemand? Des Weiteren übersetzte er u. a. Emmanuel Boves Roman Ein Junggeselle, historische Romane wie Das Badehaus und Wolfsjunge, erotische Erzählungen wie Nächte in Saint-Germain und Marie's Begierden und Psychothriller wie Eiskalter Blick und Schnee auf den Gräbern, einige davon zusammen mit Gabrielle Seil, mit der er verheiratet war. Er übertrug Irish Poems von Desmond Egan ins Deutsche und übersetzte Roger Manderscheids Schacko Klak und Der Papagei auf dem Kastanienbaum aus dem Luxemburgischen. Daneben waren Gabrielle Seil und Georges Hausemer auch für die Übersetzung der Bände Die Zeit der Renaissance und Fürstenhöfe und Fabriken in der Reihe Bertelsmann Enzyklopädie des Wissens verantwortlich. Mitte der 1980er Jahre lieferte Georges Hausemer die deutsche Übersetzung für mehrsprachige Fotobände über Vianden, Echternach, das Ösling und die Stadt Luxemburg sowie für Biografien Luxemburger Künstler und Fotografen wie Joseph Kutter (1994), Théo Mey (2002) und Tony Krier (2006).
Georges Hausemer ist in unterschiedlichen Bereichen literarisch tätig. Er ist der Herausgeber eines Crimi-Reader (1982), verfasste 2004 die autorisierte Biografie des Wiener Altenpflegers Erwin Böhm, veröffentlichte zwei Bände über die Koch- und Essgewohnheiten der Luxemburger Luxembourg culinaire (1997) und Cucina mia (2011), und verfasste den Kulturführer Découvrir Echternach (2005). Seit 1983 zeichnete Georges Hausemer verantwortlich für die Redaktion zahlreicher literarischer und kultureller Sammelbände, die in den Éditions Guy Binsfeld erschienen, u. a. Schriftbilder. Neue Prosa aus Luxemburg zusammen mit Rolph Ketter, einige Bände des Lëtzebuerger Almanach, die Anthologien der Walfer Bicherdeeg seit 2003, Kulturrouten durch die Großregion (2003) und 100 Joer Esch (2005). 2006 veröffentlichte er das erste umfassende Luxemburger Lexikon. 2012 gründete Hausemer den Verlag capybarabooks, in dem bisher drei Bücher von ihm selbst erschienen: Zwei Kinderbuchübersetzungen ins Luxemburgische sowie sein Werk Alles über Luxemburg, ein humorvolles Nachschlagewerk für Zahlen und Fakten über Luxemburgs Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Geschichte.
Neben Auftragsarbeiten veröffentlichte Georges Hausemer auch zahlreiche eigene Werke. 1975 erschienen erste Gedichte in Die Warte-Perspectives und Tageblatt. Seit Mitte der 1970er Jahre folgten Gedichte und Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Sammelbänden in Deutschland (u. a. Am Erker, Versuche, Das Nachtcafé, Literarisches Arbeitsjournal, Kultuhr), Österreich (Sterz, Wespennest), der Schweiz (Poesie Agenda) und Luxemburg (u. a. Les Cahiers luxembourgeois, Galerie, Ent-Grenzung). Bis 1984 erschienen sechs eigenständige Gedichtbände: Situationen, Nacht im Glashaus, Tandem, Polaroid, Das Glück des Vergessens und Steine wissen viel. Die Gedichte setzen sich in erster Linie mit Gefühlen und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander. In einer bild- und assoziationsreichen Sprache versucht er, zu einem differenzierteren Verständnis der luxemburgischen Gesellschaft vorzudringen.
Georges Hausemer veröffentlichte zahlreiche Romane und Kurzprosabände auf Deutsch sowie den luxemburgischsprachigen Roman Iwwer Waasser. Die Hoffnungen und Ängste der Figuren vermischen sich in den Erzählungen mit einer beklemmend surreal wirkenden Umgebung, in der die Figuren sich existenziell bedroht fühlen. Die Macht traditioneller Wertvorstellungen und die Abhängigkeit von gesellschaftlicher Anerkennung und materiellen Werten werden entlarvt, zwischenmenschliche Beziehungen scheitern oft an der Kommunikationsohnmacht der Figuren. Der Roman 80 D handelt von den sexuellen Phantasien und Beziehungswirrungen eines Mannes im besten Alter.
Seit Mitte der 1990er Jahre wendet sich Georges Hausemer verstärkt der Gattung des literarischen Reiseberichtes zu. Seine Reportagen handeln von Reisen nach Spanien, Süd- und Südostasien, Westafrika, Lateinamerika und in die USA. Sie erschienen u. a. in Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und in luxemburgischen Printmedien wie d'Lëtzebuerger Land (auch unter dem Kürzel hr.), Check In und Revue. In der Frankfurter Rundschau erschienen seine Reiseberichte teilweise unter dem Pseudonym Theo Selmer. Der Name verweist auf eine Romanfigur des französischen Schriftstellers Jean Echenoz, wie Hausemer im Pseudonym-Buch Clarissas Krambude (2011) erklärt. In der Picus-Lesereihe erschienen Reisereportagen, u.a. über Südspanien, Thailand und das Baskenland. Eine Auswahl seiner Reiseberichte erschien unter dem Titel Und abends ein Giraffenbier. Georges Hausemer schrieb den Band D'Stad Lëtzebuerg. Streifzüge und Impressionen (2000). 1993 moderierte er die wöchentliche Literatursendung Schwaarz op wäiss in Radio 100,7. Hier stellte er auch zahlreiche Reisereportagen z. B. über Indien vor. Der Kurzgeschichtenband Con Dao ist, obwohl die Erzählungen fiktiven Charakter haben, ebenfalls dem Stil der Reiseliteratur verpflichtet.
Georges Hausemer ist ebenfalls Zeichner. In seinen Zeichnungen und Collagen kombiniert er Form und Farbe mit kurzen Textpassagen. Seine Werke wurden 1992 vom LSV und zwischen 1991 und 2005 auf dem Salon des Cercle artistique ausgestellt.
1988 nahm Georges Hausemer als Luxemburger Vertreter am International Writing Program in Iowa City teil und vertrat Luxemburg beim Projekt Literaturexpress Europa 2000. Er erhielt 1982 den ersten Preis des Jungautorenwettbewerbs der Regensburger Schriftstellergruppe International und 1986 den ersten Preis für die Kurzgeschichte Ech, d'Anna beim Wettbewerb der Actioun Lëtzebuergesch. Er wurde mehrfach mit dem ersten Preis des Concours littéraire national ausgezeichnet, u.a. 1978 für das Hörstück Reden und Schweigen, 1981 für die Kurzgeschichte Der Wind in den Segeln, 1983 für Gedichte, 1984 für den Roman Das Buch der Lügen und 1997 für Iwwer Waasser, ex-aequo mit Georges Kieffer. Georges Hausemer ist Gründungsmitglied und langjähriger Schriftführer des LSV.
Titel der Zeitung/Zeitschrift |
benutzte Namen |
|---|---|
| Antenne. Zeitschrift für Literatur & Kultur | Hausemer, Georges |
| Bakschisch. Zeitschrift für humorvolle und skurrile Texte | Hausemer, Georges |
| Blätter für Lyrik und Kurzprosa | Hausemer, Georges |
| Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts | Hausemer, Georges |
| Erlenblatt (Das) | Hausemer, Georges |
| FAZ / Frankfurter Allgemeine. Zeitung für Deutschland | geo. Hausemer, Georges |
| Flydoscope. magazine de Luxair | Hausemer, Georges |
| Freibord. Zeitschrift für Literatur und Kunst | Hausemer, Georges |
| Galerie. Revue culturelle et pédagogique | Hausemer, Georges |
| Krautgarten. Forum für junge Literatur im deutschen Sprachgebiet | Hausemer, Georges |
| kulturissimo. mensuel culturel et socio-politique | Hausemer, Georges |
| Lëtzebuerger Almanach. Red.: Georges Hausemer ; Gestalt.: Heng Ketter | Hausemer, Georges |
| Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur | Hausemer, Georges hr. |
| Livres - Bücher. Un supplément du Tageblatt | hsmr |
| podium wien | Hausemer, Georges |
| Projekt-IL. Salzburger Literaturzeitschrift | Hausemer, Georges |
| protokolle. Wiener Jahresschrift für Literatur, bildende Kunst und Musik | Hausemer, Georges |
| pult (das). literatur, kunst, kritik | Hausemer, Georges |
| Rampe (Die). Hefte für Literatur | Hausemer, Georges |
| Reenbou. revue plurilingue de poésie = pluringual poetry magazine | Hausemer, Georges |
| Revue / Lëtzebuerger illustréiert Revue | gh Hausemer, Georges |
| Salz. SALZBURGER LITERATURZEITUNG | Hausemer, Georges |
| Schliessfach. Zeitschrift für Literatur und Grafik | Hausemer, Georges |
| Sterz. Unabhängige Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kulturpolitik (und alles, was Spaß macht) [in vielen Varianten | Hausemer, Georges |
| Süddeutsche Zeitung. Münchner neueste Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport | Hausemer, Georges |
| Tageblatt / Escher Tageblatt = Journal d'Esch. Zeitung fir Lëtzebuerg | Hausemer, Georges |
| Télécran. das Luxemburger Magazin | Hausemer, Georges |
| Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort | Hausemer, Georges |
| Wespennest. zeitschrift für brauchbare texte | Hausemer, Georges |
| wortmühle. Literaturblätter aus dem Burgenland | Hausemer, Georges |
| Name | URL |
|---|---|
| Homepage | http://www.georgeshausemer.com/ |
| Webseite des Autors beim LSV | http://www.lsv.lu/lsv_hausemer.htm |
| Name | Auszeichnung | Ausgezeichnetes Werk | Jahr |
|---|---|---|---|
| Concours littéraire national | Preis (Wettbewerb organisiert mit Amnesty International, Luxembourg) | Reden und Schweigen | 1978 |
| Concours littéraire national | Preis | Der Wind in den Segeln | 1981 |
| Concours littéraire national | Förderpreis | Aus der Stad op Esch [et 4 autres poèmes] | 1983 |
| Concours littéraire national | Preis | Das Buch der Lügen | 1984 |
| Concours littéraire "Actioun Lëtzebuergesch" | 1. Preis | Ech, d'Anna | 1986 |
| Concours littéraire national | Sonderpreis der Jury | Das Institut | 1986 |
| Concours littéraire national | Preis | Die Decke, der Katalog | 1992 |
| Concours littéraire national | Preis | 1995 | |
| Concours littéraire national | Sonderpreis der Jury | 1995 | |
| Concours littéraire national | Sonderpreis der Jury | Die Insekten von Professor Pulido. In den Vororten von Madrid: Irrfahrten durch das unbekannte Spanien | 1996 |
| Concours littéraire national | 2. Preis ex æquo | Iwwer Waasser | 1997 |
| Concours littéraire national | Sonderpreis der Jury | Mon Chéri | 1999 |
| Concours littéraire national | Sonderpreis der Jury | Arbeiten auf Papier | 2001 |
| Lëtzebuerger Buchpräis (Lëtzebuerger Bicherediteuren) | Lëtzebuerger Buchpräis (Sachbuch) | Luxemburger Lexikon | 2006 |
| Concours littéraire national | 3. Preis ex aequo | Rund um den Schuh. Eine Grenzreise | 2007 |
| Lëtzebuerger Buchpräis (Lëtzebuerger Bicherediteuren) | Lëtzebuerger Buchpräis (Literatur) | Und abends ein Giraffenbier | 2007 |
| Concours littéraire national | 2. Preis | Die heiligen Ratten von Deshnok. Eine indische Reise | 2008 |
| Name |
|---|
| Die Kogge. Europäische Autorenvereinigung e.V. (Minden) |
| LSV - Luxemburger Schriftstellerverband |
| Mondorfer Dichtertage |